- Andalusien 2005 (6)
- Andalusien 2007 (9)
- Berlin (18)
- Brandenburg (4)
- Deutschland (9)
- Ecuador (12)
- Frankreich (4)
- Hier (9)
- Italien (1)
- Lesereisen (2)
- Malaysia (6)
- Peru & Bolivien (21)
- Peru 2011 (32)
- Radwandern (6)
- Rollstuhl getestet (30)
- Sevilla (5)
- Spanien (5)
- Tellerrand-Reisen (5)
- Vietnam (32)
- weltweites (6)
- Zeitreisen (6)
- 11.1.2012: Peru-Nachträge von A bis Z
- 1.1.2012: Die Reiseroute
- 1.1.2012: Lima. Mit 99 Luftballons
- 31.12.2011: La panamericana del norte
- 31.12.2011: Tonio, Fabio, Carla y Julio
- 26.12.2011: Iquitos? Solo Carga!
- 26.12.2011: Der Regenwald (4. Tag): Realitaeten und Legenden
- 26.12.2011: Der Regenwald (3. Tag): Apotheke im Wald
- 26.12.2011: Der Regenwald (2. Tag): Grosse Tiere im Fluss
- 26.12.2011: Der Regenwald (1. Tag): Der Regen
gemischtes
reisen
schlafen
ziele
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- Juli 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Oktober 2009
- September 2009
- Januar 2009
- Oktober 2008
- September 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Oktober 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Februar 2006
- März 2005
- Juli 2004
- April 2003
- März 2003
- April 2002
Arequipa II
Zuerst steht die Polizei da. In Reih und Glied. Mit Helm und Schild und Knueppel. Gewehr bei Fuss. Neben der Kathedrale. Fast direkt unter dem Balkon, auf dem wir uns ein Fruehstueck an der Plaza de Armas goennen. Mitten auf dem Platz neben dem Brunnen fordert derweil eine Gruppe Freiheit fuer die Reservisten. Mehr ist aus der Ferne aus dem kryptischen Plakat nicht zu entnehmen. Aber wegen des kleinen Haeufchens hat die Polizei nicht Position bezogen. Eine halbe Stunde spaeter tauchen die Fernsehteams auf. Und dann ziehen mit viel Tamtam hunderte Demonstranten um den Platz. Je rechts und links am Strassenrand in einer langen Schlange. Dazwischen mit viel Freiraum die Traeger der Transparente. Sie fordern das Volk auf, bei einem anstehenden Referendum fuer die Fonavistas zu stimmen. Ein Mann verteilt Flugblaetter am Rande der Demo. Auf meine Frage, was denn die Fonavisten sind, schimpft er erstmal auf die Regierung, die den Leuten das Geld klaue. Dann eilt er weiter. Immerhin habe ich nun das Flugblatt. Wenn ich es richtig vestanden habe, ist der Fonavi eine Art Bausparkasse oder soziale Gemeinschaft, die ihre Mitglieder zum Beispiel beim Bau oder Kauf von Haeusern unterstuetzt. Allerdings wurde der Fonavi 1998 auf Beschluss der Regierung liquidiert, das Geld fiel dem Staat zu. Und nun wollen es die Fonavistas ueber ein Referendum wiederbekommen.
Richtig beliebt sind Regierungen ja in kaum einem Land. Aber die hiesige in Peru verscherzt es sich derzeit offenbar auf allen Ebenen mit dem Volk. In der letzten Woche protestierten erst die Bauern mit einem tagelangen Streik gegen die Vervierfachung der Duengemittelpreise. Dabei blockierten sie unter anderem mehrfach wichtige Strassen wie die Panamericana. Die Polizei ist beim Umgang mit Demonstranten nicht ziemperlich. Es gab insgesamt vier Tote. Zwei offenbar durch gezielte Kopfschuesse. Zwar hiess es von Seiten der Regierung erst, die Opfer seine mit Bleikugeln getoetet worden, und die habe die Polizei ja nicht. Mittlerweile hat laut Zeitungsberichten aber die Obduktion ergeben, dass sie doch mit Kugeln, wie sie auch die Polizei verwendet, erschossen wurden.
In Cusco demonstrierte die Stadtbevoelkerung mit einem zweitaegigen Streik gegen ein neues Gesetz, dass es auslaendischen Investoren zum Beispiel erlaubt, an nationalen Gedenkstaetten wie etwa dem Inka-Ort Machupichu Hotels und aehnliches zu errichten. Die Bevoelkerung, die hier zum grossen Teil vom Tourismus lebt, fuerchtet eine Privatierung der Reiseziele und geht rabiat auf die Strasse. Ein weitere diesmal dreitaegiger “paro seco” ist angedroht.
Und was sagt der Praesident Alan Garcia ueber die Demonstranten: “Das sind Terroristen, die selben wie immer.” Deshalb seien auch die Organisatoren des Protestes fuer die Toten verantwortlich - und keinesfalls die Polizei.
Noch zwei friedliche Beobachtungen:
Heute morgen konnte man von der Dachterasse unseres Hostals tatsaechlich den schneebedckten Vulkan Misti sehen. Wenn auch nur kurz, bevor die naechsten Wolken kamen. Aber schoen.
Peruaner telefonieren gen mit ihren Handys. Allerdings scheint die Verbindung nie besonders gut zu sein. Jedenfalls halten sie beim Reden stets das Handy direkt vor ihren Mund, damit der andere auch hoert, was gesagt wird. Nur um die Antwort zu hoeren, wird das Telefon dann mal kurz an Ohr gehalten. Das ist aber auch nicht unbedingt noetig, weil die Dinger so laut eingestellt wird, dass man auch noch mehrere Meter entfernt jedes Wort hoert - wenn auch nicht versteht. Schliesslich ist die Verbindung so schlecht.