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Nola NoTo NoGo - aber Blixa (und später Lena)
Nolas: Ein besonderer Tag erfordert besonderer Maßnahmen. Da sich heute tatsächlich der Frühling zeigt, ist das zum Beispiel ein Grund endlich mal wieder draußen zu Frühstücken. Und was läge da näher als die wunderbar geschwungene Terrasse vom Nolas im Weinbergspark. Zumal es - das wissen wir noch aus dem letzten viel zu vergangenen Sommer - das lecker Schweizer Frühstück gibt. Bircher Müsli zum Beispiel. Oder “Chäsig” - eine üppig zusammengestellte Käseplatte. Die Auswahl also ist schnell getätigt. Nur mit der Bestellung dauert es. Wir sind halt nicht die einzigen, die den Frühlingssamstag nutzen wollen. Die Getränke kommen dann immerhin irgendwann. Und man hat ja auch Geduld. Man nervt ja nicht gleich. Man weiß ja, dass die auch nur ihr bestes tun. Das Pärchen neben uns bekommt dann sein Frühstück. Einmal “Chäsig”, zweimal Bircher-Müsli. Dann kann es eigentlich nicht mehr lange dauern. Die hatten ja nur wenig Minuten vor uns bestellt. Dann bekommt die große englischsprachige Gruppe am Nachbartisch ihr Essen. Obwohl die deutlich nach uns gekommen ist. Wir fragen dann doch mal nach. Es sei verbucht und in Arbeit, heißt es. Nun denn. Als unsere Tischnachbarn ihr Frühstück aufgegessen haben, fragen wir nochmal. Als die große Gruppe am Nachbartisch schon die Rechnung bezahlt fragen wir nochmal. Und weil dann immer noch nichts passiert, gehen wir halt. Ohne Frühstück. Vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht. Die Portionen unserer Tischnachbarn sahen deutlich kleiner und liebloser aus, als das was wir hier im Vorjahr bekommen hatten. Über eine Entschuldigung des Personals hätte uns trotzdem gefreut.
NoTo: Ein besonderer Tag erfordert besondere Maßnahmen. Da es etwas zu feiern gibt, verabreden wir uns mit M- & M. im NoTo. Das mag nach asiatischer Küche klingen. Doch das schicke Lokal an der Torstraße ist nicht nach irgendetwas im fernen Osten, sondern nach der seiner Lage an der Nordseite der Straße (North Of TOrstraße) benannt. Das hippe Kürzel war übrigens dereinst in dem längst verblichenen Hipsterblatt Vanity Fair als angebliche Insiderbezeichnung für diese Viertel in die Welt posaunt worden. Jahre später heißt nun ein Restaurant so. Egal, das Lokal macht einen angenehm schlichten Eindruck. Ohne Schnickschnack. Genauso ist auch die Karte. Es gibt Suppe. Salat. Fleisch. Und Fisch. Angeblich jeden Tag neu. Heute steht ein Risotto mit Pulpo und Fischfilet zur Wahl gegen Champagnerkraut mir Rindfleisch im Speckmantel. Hört sich nicht schlecht an, ist es aber. Das Rind ist zwar ganz okay, angesichts eines Preises von 27 Euro aber hätte man deutlich mehr erwartet. Der Tintenfischreis kostet zwar nur 16 Euro, dafür ist er vollkommen ohne Geschmack. Immerhin färbt es Lippen und Zähne schwarz - und passt damit wunderbar zu Blixa Bargeld, der sich den Reis draußen auf der Trottoir servieren lässt, aber ebenfalls etwa die Hälfte zurückgehen lässt. Weil der Chef des Hauses einmal das Winken des Einstürzende-Neubauten-Sängers nicht wahrnimmt, hilft M. aus, und ruft von unserem Fensterplatz freundlich nach hinten: “Da draußen winkt jemand”. Worauf der Chef an uns vorbei eilt, nicht ohne zu betonen, dass das “nicht irgendwer” sondern “ein Star” ist. Soviel Aufmerksamkeit hätte man auch dem Essen gewünscht.
FC Magnet: Und weil das heute ein besonderer Tag mit besonderen Maßnahmen ist, versuchen wir noch, der Rest des Eurovision Song Contest im FC Magnet an der Veteranenstraße zu gucken. Die auf Fußball-TV spezialisierte Bar zeigt tatsächlich die Bilder aus Oslo. Nur der Ton fehlt. Stattdessen läuft irgendeine Musik vom Band. Es bleibt lange unklar, ob das tatsächlich nur eine schwer zu behebende technische Panne ist. Lena wird dann immerhin mit Ton übertragen. Dann wird die Besuchermasse freundlich aufgefordert, den Saal zu verlassen. Der sei für eine Privatveranstaltung reserviert. Die Punktevergabe gucken wir dann mit einem Haufen Leuten zuhause. Da gibt es auch problemlos kalten Sekt. Es ist schließlich ein ganz besonderer Tag in der Servicewüste Berlin. Das muss man feiern.