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Der Berlin-Usedom Radweg (3): Spurt über die Insel
Erst 40 Kilometer gegen den Westwind. Dann heftiger Regen. Und zum Schluss die Hügel auf Usedom. Die dritte Etappe hat es in sich gehabt. Und jeder Kilometer hat sich gelohnt. Da war zum Beispiel Mönkebude, ein kleiner, schöner Ort am Haff mit Strandkörben. Sehr eindrucksvoll dann das Torfmoor mit dem abgestorbenen Wald darin hinter Bugewitz. Der Blick hier macht Wind und Sandweg absolut erträglich. Und später die ganze Südküste von Usedom, die sich wunderbar abradeln lässt, über sanfte Hügel, weite Wiesen, uralte Alleen. Und immer wieder der Blick aufs Haff. Der Duft von Stroh und Land in der Nase.
Ich war jedenfalls so beschwingt, dass ich am Abend erst nach 130 insgesamt Kilometern in Zinnowitz wieder vom Rad steigen wollte. Die Hügel bei Korswandt und später das ständige Auf und Ab an der Steilküste waren nur noch eine zusätzliche Herausforderung, die sich auf jeden Fall mit mehr Genuss erledigen ließ, als die Stranspromenade der Seebäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Dort gibt es zwar auf weiter Strecke eine klare bauliche Trennung zwischen Fuß- und Radweg. Viele Flaneure aber interessiert das nicht. So ist das Radeln hier eher ein Geduldspiel. Immerhin gewinnt man so Zeit, die prächtigen Villen am Wegesrand zu bestaunen.
Vielleicht ist es etwas leerer, wenn die Sonne scheint und alle am Strand liegen, statt über die Promenade zu promenieren.
Und dann: wer um 20 Uhr die Usedom-Bahn in Zinnowitz erreicht, ist um 23:30 Uhr in Berlin am Hauptbahnhof.
PS: Muskelkater!
