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- 26.12.2011: Der Regenwald (3. Tag): Apotheke im Wald
- 26.12.2011: Der Regenwald (2. Tag): Grosse Tiere im Fluss
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Der Regenwald (3. Tag): Apotheke im Wald
Dann kommt die Sonne. Sie knallt vom Himmel. Sie brennt sich in die Haut. Der Schweiss perlt unter meinem Hemd den Ruecken hinunter. Ich bin schon wieder plitschnass. Es ist heiss. Es ist wunderbar. Und es geht schon wieder zurueck Richtung Lagunas. Am Morgen aber macht Jorge mit mir erst noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Weit kommen wir nicht, denn bald stehen wir so tief im Wasser, dass es in unsere Gummistiefel zu schwappen droht. Denn auch hier liegt das meiste Land im alles ueberspuelenden Fluss. Aber ein paar Pflanzen aus der “Waldapotheke” kann Jorge mir dennoch zeigen. Ein kleines unscheinbares Blaettergewaechs etwa entpuppt sich als Waldknoblauch, den man gerieben einnimmt um sich gegen eine moegliche Kaelte zu staerken. Ein grosser Baum, verraet Jorge, sondere eine Milch ab, wenn man seine Rinde aufschnitze, die alle Parasiten im Magen vertreibe. Und eine besondere Mangoart ist wichtig fuer die Frauen hier. Die zerriebenen Kerne nehmen sie zu sich bei ungewollten Schwangerschaften.
Auf dem Rueckweg werden wir eine zeitlang von Delfinen verfolgt. Zweimal blubbert einer direkt unter unserem Kanu durch. Machmal tauchen sie kaum fuenf Meter hinter uns aus dem Wasser. Auf Holzstaemmen am Ufer sonnen sich unzaehlige Schildkroeten in allen Groessen. Und an einem stacheligem Palmenstamm, gerade mal einen Meter oberhalb des Wasser, entdeckt Jorge ein Faultier. Das habe wohl aufs Klo gemusst, erklaert er. Dafuer klettern die gemuetlichen Tiere die Baeume herab. Wir paddeln ganz nah ran. Das Tier faehrt seine Krallen aus. Langsam. Ganz langsam.
Mittags ist es einfach nur heiss. Und unglaublich still. Die Tiere des Waldes scheinen alle eine Siesta zu halten. Jorge stellt weitere Fragen. Wie das denn sei in einem Flugzeug? Ob es da Klos gebe? Und Terroristen? Er habe das mal in einem Film gesehen, wie ein Flugzeug entfuehrt wurde. Nach Beirut!
Nach erneut gut sechs Stunden Paddeln erreichen wird die Poza Gloria. Ich bin einfach nur noch platt. Verschlafe den restlichen Nachmittag. Abends: Sternenhimmel ueber dem Steg. Und der Krach der Kroeten. Man koennte sich glatt daran gewoehnen.


