grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

„Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie

Die Nacht gelesen bis zum Morgen, weil es irgendwann nicht mehr anders ging. Das Buch hatte mich schon länger angeguckt. Schon wegen des Titels, so rätselhaft mit „h“ am Ende. „Americanah“. Und der schwer zu merkende Name der Autorin. Chimamanda Ngozi Adichie. Irgendwie hatte ich wahrgenommen, dass es gute Kritiken bekommen hatte, ohne sie zu lesen. Also wanderte das Buch mit an den Strand. Und hat mich dann mitgenommen ganz woanders hin. Nach Lagos in Nigeria, zu Barack-Obama-Fans in den USA, zu hochgebildeten, aber papierlosen Kloputzern in London, zu einer Bloggerin, die über Rasse schreibt und Rassismus und das N-Wort benutzt (aus Gründen). Zu Geschichten über die Ökonomie in Beziehungen, über die Sehnsucht nach dem richtigen Leben im falschen, die Bedeutung von Frisuren, die Hierarchien von Hautfarben, über eine große Liebe, die sich dennoch sehr schwer tut. Und über Flucht. Fremdheit. Glauben. Alte Häuser. Mietschulden und Verzweiflung. Arm und Reich. Über einen Zeitraum von bestimmt 20 Jahren, randvoll mit widersprüchlichen, vor allem aber gut beschriebenen Figuren, über die man sich immerwieder ärgert, so nah kommen sie beim lesen. Und ganz nebenbei übers Flüchten und Scheitern.

Die allerletzte Seite hätte man weglassen können. Nicht weil sie stört, sondern weil sie nur erklärt, was man dann eh schon weiß. Und weil am Ende der vorletzten Seite so ein wunderbar offenes Ende steht. Aber das ist kein Makel. Der einzige Fehler des Buches ist der Klappentext, der wie so oft viel zu viel verrät. Aber den kann man ja überspringen. Den Rest sollte man lesen. Unbedingt.
(Außerdem bringt es einen auf die Idee, mal wieder Graham Greene zu lesen. Aber das nur nebenbei.)

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