grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

Berlin – Bars & Clubs etc.

Herr Oppermann hat die Stadt der Städte schon wieder verlassen. Was natürlich sehr schade ist. Aber es sind noch ein paar Eindrücke geblieben – vor allem, was die Erreichbarkeit diverser gastronomischer Einrichtungen betrifft. Dabei stellte sich heraus, dass unzählige der unzähligen Cafés und Kneipen in Prenzlauer Berg und Mitte Rollstuhl fahrende Gäste durch eine schlichte Ansammlung von Stufen draußen halten. Hier eine kurze, sicher nicht vollständige Liste, von Orten, die man dennoch mehr oder weniger einfach besuchen kann:

DUDU:  Sehr neues, sehr stylisches, sehr undogmatisch-asiatisches Restaurant mit sehr leckerem, sehr frischem Essen in der Alten Seifenfabrik an der Torstraße 134. KEINE STUFEN, breite Eingangstür und wenn man die Sitzbänke und Tische ein wenig verrückt, kann ein Rollifahrer problemlos an der Tischseite Platz nehmen, ohne vor Kopf den Gang zuzustellen. Einziges Manko: Die passend zum Laden sehr schicken Klos sind nur über Stufen erreichbar.

HACKBARTHS: Nettes und – da schon kurz nach der Wende eröffnet – fast schon alteingessenes Kneipen-Café an der Auguststr. 49 a. Die haben nicht nur Grasovka im Angebot, sondern auch KEINE STUFEN an der Tür. Das Klo haben wir nicht ausprobiert.

HALIFLOR: Schlichtweg das Lieblingscafé auf der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte an der Schwedter Straße 26. Wunderbares Frühstück, klasse Milchcafé, Zywiec in der Flasche, „Bockwurst in netter Umgebung“ (die Kleinspeise mit dem besten Namen weit und breit),  unschlagbar große Fenster, die im Sommer hochgeschoben werden, entspannte Leute, drinnen oder draußen – und KEINE STUFE. Die Klos liegen – nunja – im Keller. Aber wer will schon aufs Klo.

KAMUN: Falafelläden gibt es viele in und um den Prenzlauer Berg herum. Kamun in der Kastanienallee 89 ist sicherlich einer der besseren – nicht nur weil er neben der üblichen Palette von Schawarma, Falafel, Hummus, Halumi etc. im Brot oder  auf dem Teller eben auch KEINE STUFEN im Angebot hat.

KINO IN DER KULTURBRAUEREI: Essen und Trinken könnte man hier theoretisch auch. Aber wir haben erstmal einen Film geguckt. Und zwar im größten Saal, dem Saal 3. Den erreicht man sehr komfortabel aus der Eingangshalle über einen Aufzug. Rollifahrer dürfen sich im Saal etwa auf Zwei-Drittel-Höhe vor eine Sitzreihe stellen. Rüberrücken auf einen Kinosessel aber dürfte schwer fallen, da diese alle nur über Stufen erreichbar ist. Deshalb kann man leider auch nicht neben nicht-behinderten Begleitern Platz nehmen, sondern nur davor. Aber sonst ist inklusive Behinderten-Klo alles Prima. Rein kommt man übrigens nicht direkt über den Eingang vor den Sredzkistraße, sondern nur über den Eingang vom recht kopfsteinpflasterholprigen Innenhof. Wenn das Kino jetzt noch im Internet darüber informieren würde, dass man da als Rollifahrer gut reinkommt, dann kämen sicher auch mal ein paar. PS: Begleitpersonen haben freien Eintritt!

SCHOKOLADEN: Netter kleiner Off-Club in der Ackerstraße 169. Tolle Live-Konzerte. Nettes Publikum. Und – schon wegen der Rosentapete – die beste Bühne der Stadt. Am Eingang sind leider zwei Stufen zu Überwinden. Außerdem muss man die Türen ganz aufklappen. Da finden sich aber stets hilfbereite Anpacker. Und die Sensation: Holger konnte sogar das Klo benutzen! (auch wenn das sicher nicht für alle Rollifahrer gilt). Leider ist der Laden in dem ex-besetzten Haus durch die Verwertungsinteressen des Eigentümers bedroht.

ST. OBERHOLZ: Zweistöckiges Eckcafé am Rosenthaler Platz. Leckerer  Café, leckere Limos und nicht ganz alltägliche kleine Speisen. Das EG ist STUFENFREI. Die Klos aber sind unerreichbar im ersten Stock. Wer sein Notebook dabei hat, wird sich hier wohlfühlen. Ohne kommt man sich wegen des computerbesessenen Publikums phasenweise etwas nackt vor, aber sonst ein sehr netter Ort. Schließt schon um 24 Uhr – und das sehr konsequent. Zudem hat der Laden passend zum Publikum, einen netten Blog, in dem vor allem immer wieder aktuelle Fundstücke präsentiert werden.

WOHNZIMMER: Die Bar mit den Sofas am Helmholtzplatz. Kuschlig. Und trotz des sehr einfachen Holzbodens für Rollifahrer problemlos durchquerbar (wenn man erstmal an den ganzen Sofas und Sesseln vorbei ist). Am Eingang KEINE STUFEN, innen im hinteren Raum ist eine, aber da muss man ja nicht hin, denn echte Wohnzimmerfans bleiben eh am liebsten im vorderen, jetzt auch schon wieder zehn Jahre alten Teil.

8-MM-BAR:  Klassiker an der Schönhauser Allee 177 b. Kein Behindertenklo, zwei, drei Stufen am Eingang. Kein Ort für Rollifahrer. Ist hier nur aufgeführt, weil wir trotzdem drin waren – und dafür mal wieder unsere Rücken riskiert haben, um Herrn Oppermann reinzuwuchten.

Und noch viel, viel mehr Infos gibt es unter rollimobil-berlin.de. Leider wird die Seite seit drei Jahren aus bedauerlichen Gründen nicht mehr aktualisiert.

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