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Mai 2012
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Archiv der Kategorie Deutschland

Lückenschluss 2010 - es geht wieder los


Größere Kartenansicht

Google Street View bringt es an den Tag: Die Gegend um den Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte hat sich in den letzten Jahren rasant geändert. Die Ecke an der Kreuzung Rosenthaler Straße und Linienstraße zeigt die neue Straßenansicht noch mit einem großem Baum und einem Holzkiosk. Das Street View Bild ist zwei, maximal drei Jahre alt - und dennoch nur noch von historischen Wert. Heute steht dort das Easyhotel, umrahmt von weiteren Neubauten in beiden Straßen. Mittlerweile sind im Umkreis von wenigen hundert Metern rund 70 Bauprojekte geplant, begonnen oder schon abgeschlossen.

Schon vor einem Jahr war es unübersehbar: Rund um den Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte läuft das großangelegte Projekt Lückenschluss. Nahezu überall, wo in den Straßenfluchten noch eine Brache war, wurde gebaut. Oder ein Bau geplant. Oder angeküdingt. Ich habe das Phänomen damals erstmals versucht, aufzulisten und so zu begreifen.

Ein Jahr später habe ich all die Projekt nochmal abgeklappert - wieder auf einer Googlemap eingetragen. Gelb sind alle schon fertig gestellten Bauten, blau sind laufende oder geplante Projekte, lila sind im Laufe des letzten Jahres neu von mir entdeckte Projekte.
Lückenschluss Berlin-Mitte 2010 auf einer größeren Karte anzeigen
Denn zwischendurch konnte man den Eindruck gewinnen, dass es schon wieder vorbei sei mit dem Bauboom in den Mitte-Lücken. Die Weltwirtschaftskrise hatte auch hier ihre Spuren hinterlassen. Einige Projekte kamen gar nicht voran, andere lassen sich offenbar selbst ein Jahr nach ihrer Fertigstellung nicht vermarkten. Da scheint sich der ein oder andere Investor verkalkuliert zu haben.

Vorbei ist der Baumboom aber dennoch nicht. Im Gegenteil, es scheint gerade wieder Den Rest des Eintrags lesen »

Hausbesetzung ist Kunst - Dezember 1990

“Die Personen, die sie hier sehen, kommen aus einem Film …” 20 Jahre später ist dieser Film - oder vielmehr das Video - von der ersten Hausbesetzung nach den Räumungen in der Mainzer Straße erstmals online.

Berlin-Friedrichshain, wenige Wochen nach der Wiedervereinigung. Am 14. November 1990 wurden die 13 besetzten Häuser in der Mainzer Straße geräumt. Uwe Rada hat da jüngst ausführlich in der taz dran erinnert. Andrej Holm hat auf seinem Blog alte Videos verlinkt.

Für viele war es das Ende der Ostberliner Hausbesetzerbewegung.

Für einige aber war es ein Anfang. Wenige Tage nach der brutalen Räumung bildete sich an der Hochschule der Künste (HdK, so hieß damals noch die heutige Universität der Künste, UdK) eine Aktionsgruppe, die etwas tun wollte. Die zeigen wollte, dass es bei Hausbesetzungen weniger um Gewalt, als um Kreativität geht.

Die Idee war schnell geboren: Machen wir eine Kunstaustellung zum Thema. Natürlich in einem besetzten Haus. Aber in welchem? Besetzen wir doch selber eins. Denn Hausbesetzung ist Kunst!

Schon vier Wochen später, Den Rest des Eintrags lesen »

Drei Tage Dresden

Nachtrag vorweg: Wer von Berlin nach Dresden fährt, sollte den Eurocity nehmen. Denn der EC ist eine Zeitreise für sich. Langsam ist der Zug vor allem, weil der Zustand der Strecke urst übel ist. Aber der EC ist vor allem ein Erlebnis, weil er von der tschechischen bzw. der ungarischen Bahn betrieben wird. Und das heißt: alte Abteilwaggons und vor allem ein Speisewagen, wie ihn die Bahn AG nicht einmal in ihren Oldtimerzügen noch hinbekommen könnte. Die Kellner sehen so aus, als ob sie Kellner ist osteuropäischen Speisewagen spielen würden. Perfekt bis zum zerstrubbelten Haar. Und auch dieser seltsame Geruch - ja, da muss wohl in der Küche tatsächlich jemand heimlich geraucht haben - wäre in allen Fahrzeugen der Bahn AG undenkbar. Genauso wie das Speisenangebot: Wir hatten ungarisches Gulasch, Palatschinken und tschechisches Bier. Was will man mehr? Nun, vielleicht einen Speisewagen der tschechischen Bahn. Denn da, so sagte der unser Tippgeber, da sei das ganze Angebot noch besser.

Dresden also. Freitag bis Sonntag. Drei Tage zur Annäherung an eine seltsame Stadt. In der man selbst als überzeugtester Gegner der disneyländischen Rekonstruktion untergegangener Prachtbauten sehr bald begreift, warum Den Rest des Eintrags lesen »

Kastanienallee oder Autobahn

Meine alte Heimatstraße steht vor dem Umbau:

http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/-0388866e95/

Und facebooker finden das nicht so gut.

http://www.facebook.com/home.php?#!/pages/STOP-New-Kastanienallee/159920920711308?v=wall

Gut so!

Ein Sonntag in der K77

Es war im Januar oder Februar 1993. M. hatte bekannt gegeben, dass er jetzt tatsächlich in die K77 einziehen werden. Und die Überraschung der anderen Bewohner der Kastanienallee 77 war groß. Denn eigentlich wäre niemand auf die Idee gekommen, dass M. nicht schon längst hier in dem im Sommer 92 besetzten Haus wohnen würde. Schließlich war er doch immer da. Nicht nur bei den zahlreichen Verhandlungen am Runden Tisch, sondern auch bei den unzähligen Debatten am Holztisch, da oben in der großen Küche im 2. Stock der “Fabrik”. So oder so: Wenn M. meint, dass  er jetzt erst einzieht, auch egal. Wenn M. meint, das mit einem Sonntagsbrunch besiegeln zu müssen, umso besser. W. ließ sich nicht lumpen und griff zur Geige, eigentlich auch wie bei jedem passenden Anlass. Und der Rest? Ach, seht doch einfach selbst, wie es aussah, 1993, beim Frühstück der Hausbesetzer in Prenzlauer Berg:

Bei diesem Video handelt es sich übrigens um eine Rohfassung. Die geschnitte Version ist leider verloren gegangen. Da ich aber damals der Auffassung war, dass man beim impressionistischen Videodreh ohnehin praktisch ohne Nachschnitt auskommen müsste, haben sich beide Versionen nur unwesentlich unterschieden.

PS: M. hat heute Geburtstag. Dies ist meine Gratulation!

Blumfeld in Berlin 1992

Ein Fundstück aus meinem Videoarchiv. Gedreht 1992 bei einem Konzert der Band Blumfeld im Loft am Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg.

Der Dreh sollte eigentlich so etwas wie der Grundstein für meine Fernsehjournalistenkarriere werden. Es gab damals eine lose Absprache mit den Machern der Kultursendung von N3. Zusammen mit meiner Studienkollegin Nicola Stroux hatten ich denen ein ganz heißes Eisen andrehen wollen: einen Bericht über die zweite “neue deutsche Welle”, der Begriff “Hamburger Schule” Den Rest des Eintrags lesen »

10.10.10 - Der Name Gereon

Tolles Datum heute. Nicht nur für Zahlenfans. Sondern auch für alle Träger des seltenen Vornamens Gereon. Denn die haben heute Namenstag.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Stefan_Lochner_004.jpg

Den Namen kennen meist nur drei Typen von Menschen: Erstens solche, die so heißen. Zweitens solche, die jemanden persönlich kennen, der so heißt. Und drittens Kölner. Denn in der Stadt am Rhein steht nicht nur eine Gereons-Kirche. Gereon ist auch noch der Patron von Köln, der Stadtheilige. Und in einer katholisch geprägten Stadt hat der Stadtheilige offenbar immernoch eine gewisse Bedeutung.

Wo der Name genau herkommt ist unklar. Der Heilige jedenfalls soll Mitglied oder gar Anführer eines Teils der so genannten thebäischen Legion gewesen sein, die im 4. Jahrhundert - kurz gesagt - für das gute, also das Christentum gekämpft hat. Und wie es sich für einen Märtyrer gehört, wurde der gute Gereon am Ende geköpft. Wo genau das gewesen sein soll, ist unstritten. Ungewiss ist auch, wann und wieso die Legende mit der Stadt Köln verknüpft wurde. Sicher ist nur, dass die dortige Kirche ebenfalls rund 1600 Jahre alt ist. Und wie sich das für eine richtig katholische Kirche gehört, steht in einer Ecke eine Reliquie: hier die Blutsäule, an der noch Reste des echten Blutes von Gereon und seinen Gefährten kleben soll. Die Säule sollte man einer weiteren Legende nach übrigens nur besuchen, wenn man selbst noch niemanden umgebracht hat, sonst geht es einem wie König Theoderich und man bekommt plötzlich mit einem tödlichem Stich im Herz. Wenigstens blieb sein Wams unversehrt. So unversehrt, wie die Leiche, die 1121 in der Kirche ausgegraben wurde, und seither als die des Heiligen gilt. Legenden sind etwas wunderbares!

Für die praktisch veranlagten Katholiken hat der gute Gereon zwei Funktionen: er ist Patron der Soldaten (was bei seiner Geschichte nicht ganz überrascht). Und er hilft gegen Kopfschmerzen. Grund dafür ist aber angeblich nicht die radikalste Lösung gegen Kopfschmerz: Kopf ab! Vielmehr soll später mal ein Bischof durch Staub aus dem Brunnen der Kirche St. Gereon von Kopfschmerzen geheilt worden sein. Nun denn.

Wie bei der Geschichte es heiligen Gereon, die mehr auf Mythen denn auf Fakten beruht, herrscht auch bei der Bedeutung des Namens eine gepflegte Ungewissheit. Meist wird vermutet, dass Den Rest des Eintrags lesen »

Botequim Carioca - Brasilianisch in der Linienstraße

Der unauffällige Halbbrasilianer hatte Durst. Ich hatte Hunger. Der unauffällige Halbbrasilianer hatte eine Idee. Und so landeten wir dort, wo ich schon unzählige Male dran vorbei geradelt bin: in der Botequim Carioca an der Linienstraße in Berlin-Mitte. Ein kleiner netter Laden. Im Hintergrund läuft authentisch klingende Musik. Und wenn man mal zwischendurch zum Klo muss, stellt man fest: die ist nicht nur authentisch, die ist live. Da sitzen tatsächlich drei Typen hinten in der Ecke und spielen Querflöte und so’n Zeugs.

Das Essen ist - und das sagt der unauffällige Halbbrasilianer - mehr als halbbrasilianisch. Also ziemlich Den Rest des Eintrags lesen »

Fam. Dang - Vietnamesisch an der Torstraße

Viet Nam Esisch Ekuche

Das ist kein Rätsel. Oder zumindest soll es wohl keins sein. Aber diese vier Wörter tragen die Mitarbeiter von Fam. Dang auf ihren Shirts. Vorn etwas klein. Hinten etwas größer. Und wenn man das phonetisch liest, kommt man ja auch Den Rest des Eintrags lesen »

Brasserie am Gendarmenmarkt - Französisch in Berlin

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Dies ist keine Restaurantkritik. Geht ja auch gar nicht. Denn ich war bestochen. Mir gegenüber saß Herr Oppermann. Frisch geduscht nach dem Marathon. Neben ihm saß Herr Oppermann, der erste der Brüder. Dem gegenüber saß noch ein Herr Oppermann, der zweite der Brüder. Und dem wiederum schräg gegenüber saß André. Und der ist der Koch. Und der Chef des Hauses. Oder zumindest einer davon.

Die Brasserie am Gendarmenmarkt ist nun nicht Den Rest des Eintrags lesen »