grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

el tango. y ya esta llorando.

Die Frau da auf der Buehne. In dem Kleid, das vorne so tief rot wie geschnitten ist und hinten so weit wie moeglich nicht vorhanden. Sie tanzt jetzt mit den Haenden. Durchgedrueckte Finger. So wie man das vom Flamenco kennt. Oder von einer Sevillana. Aber das hier ist Tango. Sie singt. Und ich verstehe kein Wort. Leider. Fast. Es geht um die Liebe. Amor. Und das Sterben. Morir. Und wieder um die Liebe. Ihren Anfang. Aber noch mehr um ihr Ende. Und um die Unertraeglichkeit der Gefuehle. Hier reimt sich poetas, poetas, poetas auf cometas, cometas, cometas.

Das Publikum  im torquato tasso ist gut gemischt. Alt, jung, ganz jung. Sogar ein paar Kleinkinder sind da. Wenn sie zu laut werden, wird erregt gezischt. Man sitzt an Tischen mit Kerzenlicht. Man trinkt und speist. Wenn ich das gewusst haette, waere ich auch hungrig gekommen. So sitze ich an der Bar, werde von der Belegschaft ignoriert und bekomme erst kurz vor den Zugaben ein Bier. Aber egal, ich bin  ja wegen der Musik hier.

Und die ist grossartig. Das meint auch das Publikum. Es jault udn jubelt und klatscht mit nach oben gerissenen Armen. Nach jedem Lied. Vereinzelt steht man sogar auf. Kurz mal eben. Setzt sich dann wieder und widmet sich beim naechsten Song erneut dem Essen.

Die Musik ist alles andere als klassischer Tango. Sie ist poppig, jazzig, selbst ein Samba wird mal reingemixt. Die Band ist gut und bleibt dezent im Hintergrund. Bass, Gitarre, Schlagzeug (was auf spanisch so schoen „bateria“ heisst). Und ein Akkordeon, natuerlich.  Ab und an singt Soledad Villamil mal einen Hit. Das erkennt man daran, dass ploetzlich  fast alle der rund 120 Besucher mitsingen. Laut. Klar. Textsicher.

Volver. Volver. Volver. A tus brazos.

Das Publikum verlangt eine Zugabe. Die Saengerin gibt sie. Es haette jetzt eh keinen Sinn rauszugehen, sagt sie. Esta llorando, sagt sie: draussen habe es gerade zu regnen begonnen. Man hoert einen lauten Donner und das leise Prasseln des Regens auf dem Dach. Man atmet auf.

Spaeter. Auf dem Heimweg. Wird man nass. Aber es ist wunderbar. Es ist Tango.

One response to “el tango. y ya esta llorando.”

  1. […] Argentinien. Zum Glück, denn  hier gibt es deutlich mehr zu sehen als Tangoshows. Mehr dazu hier, hier, hier und nochmal […]

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