grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

Frank und David

Im Restaurant am Rande des Nationalparks kommen wir mit Frank und David ins Gespraech. Sie kommen aus Florida, worauf sie viel Wert legen. Dort sei ihre Heimat, betonen sie immer wieder.  Das war aber nicht immer so. Geboren wurden die beiden in Vietnam. „Ich war einer dieser  Boat-People“, erzaehlt David. Er fluechtete 1978 als 13-Jaehriger mit seiner Familie. Die hatte ein Boot, ein Onkel war Kapitaen, der brachte die Gruppe nach zwei Wochen auf See heil nach Singapur. Anfang der 80er zog Davids Familie weiter in die USA.

Erst Mitte der 90er sei er erstmals wieder in Vietnam gewesen, sagt David. Er habe das Land seiner Kindheit nicht mehr wiedererkannt. Bis heute sei es ihm ein wenig fremd. Vor allem mit dem politischen System habe er Probleme. Das Thema ist sichtbar heikel. Frank redet nur mit gedaempfter Stimme, als er erzaehlt, dass die roten Flaggen ueberall im Land keineswegs freiwillige aufgestellt wuerden. „They havo to“, fluestert er.

David gibt sich selbstbewusster. Er hofft auf die Jugend hier. Die halte wenig von der Regierung, lebe  sehr modern und sei extrem motiviert. Frank und David wissen das zu nutzen. Sie haben in Florida eine Firma, die Animationen fuer iPad und iPhone-Darstellungen progammiert. Oder 3D-Animationen fuer Kinoproduktionen.

Jetzt haben sie eine Zweigstelle hier in Saigon aufgebaut. Gut 25 junge Ingenieuer arbeiten bereits in Vietnam fuer ihre Firma, erzaehlt David. Den Juengsten von ihnen hat er jetzt den Ausflug in den Nationalpark spendiert. Teampflege.

Die jungen Programmieren kosten ihn nur 500 bis 600 Dollar im Monat, plus etwas Geld fuer Versicherungen, sagt David. Damit koenne man schnell ein Business aufbauen. Viele Auslandsvietnamesen wuerden das tun. Bei der kommunistischen Regierung seien sie sehr willkommen – als Steuerzahler. Deshalb habe er auch problemlos seine vietnamesische Staatsbuergerschaft zurueckbekommen, erzaehlt der einstige Bootsfluechtling. Seine US-Staatsbuergerschaft aber werde er dennoch immer behalten. Ich bin Amerikaner, betont David.

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