grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

Ho Chi Minh High Way

Die Strecke fuer sich ist schon eine Reise wert. Erst geht es von der Kueste die Berge hoch. Und dann kurvt der Bus durch das enge Tal. Rechts Berge mit wild wucherndem Wald. Links Berge mit wild wucherndem Wald. Unten im Tal ein mal breites, mal schmaler Fluss. Man koennte stundenlang aus dem Bus gucken. Die noch recht neue Strasse durch das Hinterland von Vietnam fuehrt nur wenige Kilometer von der Grenze nach Laos gen Sueden – wenn man mal von den vielen Kurven absieht. Und sie heisst: Ho Chi Minh Highway.

Auf dem Ho Chi Minh HighwayDer Ho Chi Minh Pfad ist weltberuehmt, weil hier waehrend des Krieges die Guerilla ihre Nachschub nach Sueden ueber versteckte Dschungelpfade fuehrte. Eine dieser Transportrouten fuehrte durch dieses Tal, das nun fuer den Durchgangsverkehr ausgebaut wurde. Und wo man schon mal einen mystischen Namen fuer die Strecke hat, wird er eben gleich beibehalten. Nur mit den Zusatz Highway. Wobei diese Strassenart natuerlich nichts mit einer deutschen Autobahn zu tun hat. Es handelt sich um eine  allenfalls halbwegs durchgaengig ausgebaute zweispurige Landstrasse. Manchmal rumpelt der Bus ueber Schlagloecher, manchmal muss er Kuehen, die hier entlang laufen ausweichen, manchmal laufen Kinder mit Ballen aus frisch geschnittenem Schilf die Strasse enlang. Und immer wieder halten schwer belandene, langsam fahrende Holztransporter den Verkehr auf.

Unser Busfahrer laesst sich davon kaum beeindrucken. Er waehlt im Zweifelsfalle die Ideallinie auf dieser Kurvenpiste. Und wenn die gerade auf der linken Spur liegt, dann braust er eben da entlang. Nur wenn einer der bunt beleuchteten Busse aus der Gegenrichtung anrollt, weicht er lustlos auf die richtige Seite. Auch was seine private Sicherheit angeht, ist er eher locker. Den Sicherheitsgurt hat er ueber die Kopfstuetze drapiert. Wenn eine Polzeistreife am Wegesrand sichtbar wird, zieht er den Gurt etwas runter, so dass es von weitem so aussieht, als habe er ihn umgelegt. Mehr aber auch nicht.

Ich sitze derweil mit Caro und Florian, einem Paerchen aus Hannover in der letzten Reihe eines Mercedes-15-Sitzers. Florian und ich versuchen mit der Kamera ein paar Eindruecke der Landschaft einzufangen. Caro versucht, trotz der Kurven nicht ganz gruen im Gesicht zu werden. Und beeindruckt von der Landschaft sind wir alle drei. Zumindest auf der ersten Haelfte der Strecke von Hoi An nach Kon Tum. Dann wird es leider dunkel. Allerdings steht ein fast voller Mond am klaren Himmel und laesst erkennen, dass es nun weitgehend durch eine Hochlandebene geht. Wir verpassen also nicht allzuviel.

Eine Bus zu finden, der tatsaechlich ueber den Ho Chi Minh Highway faehrt, war gar nicht so einfach. Mal hiess es in Hoi An, es gebe gar keine Busse von da nach Kon Tum. Mal hiess es, die Tickets seien ausverkauft. Mal hiess es, sie wuerden erst die Kueste entlang nach Sueden fahren und dann in die Berge abbiegen. Letzlich bekam ich fuer 15 Dollar ein Ticket fuer einen angeblich direkten Bus, der angeblich die Kueste entlang fahren sollte. Um 12 Uhr sollte der mich im Hotel abholen (Das ist ein nicht unueblicher Service fuer Touristen in Vietnam). Um 12.15 Uhr kam ein Taxi, dass mich zusammen mit den Hannoveranern erstmal gut 40 Kilometer Richtung Norden nach Da Nang fuhr. Dort am Busbahnhof bekamen wir dann je ein Ticket fuer den eigentlichen Bus ausgehaendigt. Es kostete laut Aufschrift etwa 6 Dollar. Und der Bus fuhr erst um 14.30 Uhr – anderthalb Stunden Wartezeit. Von Da Nang aus haette es auch noch viele anders Busse gegeben. Aber hey, das gehoert dazu. Man regt sich nicht auf, sondern bestellt erstmal einen Kaffee. Der wird selbstverstaendlich kalt serviert – mit Eis. Und einen Tee gibt es auch noch kostenlos dazu. Auch das ist typisch fuer Vietnam.

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