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Im Kino: Berlin, schwarz-weiß (oh boy)

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Vor etwa 25 Jahren lief dieser Film im Kino: „Du mich auch„. Von Dani Levy. Mit Dani Levy. Und dieser Schauspielerin, die später eher in so Vorabendserien („Liebling Kreuzberg“) auftauchte. Ich weiß nicht mehr wirklich viel über „Du mich auch“. Außer, dass er mich beeindruckt hatte. Außer, dass die beiden Hauptdarsteller am Ende, offensichtlich an Seilen hängend über die Skalitzer Straße an der Hochbahn entlang durch Kreuzberg flogen. Und dass Berlin in diesem Film schwarz-weiß war. Wunderbar schwarz-weiß. Wenig später bin ich dahin gezogen.

25 Jahre später läuft dieser Film im Kino: „oh boy„. Von Jan Ole Gerster. Mit Tom Schilling. Und einigen anderen. Vor allem aber mit Tom Schilling. Und mit Berlin als zweitem Hauptdarsteller. So schwarz-weiß gefilmt, wie lange nicht mehr. Es würde mich nicht wundern, wenn in wenigen Jahren ein paar junge Leute erzählen werden, dass sie nicht unbedingt wegen dieses Filmes nach Berlin gezogen sein werden. Aber doch kurz nachdem sie ihn gesehen haben. Und das dann ganz unbedingt.

PS: Nein, „oh boy“ ist nicht lustig. Auch wenn einige im Kino meinten, laut lachen zu müssen. Auch wenn es hier und da ein paar komische Momente gibt. Aber „oh boy“ ist keine Komödie. Erst recht keine Berlin-Komödie. Er ist auch kein Stadtneurotiker-Woody-Allen-Aufguss. Trotz der Schwarz-Weiß-Bilder. Und der Jazzmusik im Hintergrund. „oh boy“ ist, tja, nicht einmal ein Film mit einer stringenten Geschichte. Denn das genau fehlt dem Hauptprotagonisten. Darum geht es hier. Und „oh boy“ ist ein Hochbahnfilm. Denn die Hoch-U-Bahn, die macht sich immer wieder gut im Kino. Die rauscht so gut durchs Bild. Vor allem – aber ich wiederhole mich – in Schwarz-Weiß.

PPS: Irgendwann, kurz vor Schluss, wenn man fast schon glaubt sich an den zoomverzerrten Aufnahmen der quirligen Stadt satt gesehen zu haben, kommt dann plötzlich die Sequenz mit den Postkartenbildern. Aneinandergereiht, menschenleer, fast bewegungslos. Der Film klickt sich über alle Orte, die man gerade so meint, wenn man an Berlin denkt. Und man ist dann ein wenig sprachlos. So wie der Hauptdarsteller, der gerade im Wartesaal eines Krankenhauses auf einer Bank schläft. (Erwähnte ich schon, dass „oh boy“ nicht lustig ist?).

PPPS: Hier gibt es einen Trailer zu „Du mich auch“, der ein wenig erahnen lässt, um was und um welches Berlin es damals ging – vor 25 Jahren.

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