grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

Lima III

Durch Lima im BusWie kommt man durch diese Megalometropel? Ganz einfach. Man fragt jemanden, der sich auskennt. Zum Beispiel Christian, den netten Typen vom Hostal. Der verraet uns, dass es zum museo nacinal de la arqueologia einen fast direkten Bus gibt: Die Linie 28. Mir war bisher gar nicht aufgefallen, dass die Linien tatsaechlich numeriert sind. Ich hatte nur die mir wenig weiterhelfenden Zielangaben vorne, sowie eine Reihe von Strassennamen an der Busseite registriert, die im Prinzip den Streckenverlauf beschreiben. Allerdings ist darauf kein Verlass. Wer beim Einsteigen einen Ayudante fragt, ob der Wagen wie angeschrieben nach Miraflores faehrt, wird manchmal erbost zurueckgewiesen. Schliesslich ruft er die Ziele doch dauernd aus. Auch wenn es in dem Tempo nicht immer versteht.

Zum Museum aber, sagt Christian, muessen wir nur den 28er nehmen – bis zur Kreuzung Bolivar y Sucre. Das sagen wir auch dem Ayudanten, der verspricht, uns dort rauszulassen. Doch vor Ort ist von der kreuzende Avendia Sucre keine Spur. Dafuer laufen wir durch ueberraschend ruhige Wohnviertel und gelangen nach einigem Durchfragen tatsaechlich zum Museum.

Im Hof des MuseumsDas ist in zwei grosse Abschnitte unterteilt. Die Abteilung fuer Archeologie bietet alles ueber das Leben der Indigenas bis zur Ankunft der Spanier. Die Abteilug fuer Geschichte erzaehlt die Entwicklung Perus nach der Ankunft der Spanier. Es faellt schwer, das nicht als irgendeine Form von Wertung zu sehen. Das Museum ist vor allem wegen seiner grossen Zahl von Toepfersachen in der Archeologie-Abteilung durchaus sehenswert. Und man darf es natuerlich nicht verlassen – darauf weisen einen schon die zahlreichen Aufpasser dezent hin – ohne die Raeume zu durchwandern, in denen einst der grosse Befreier Simon Bolivar ein paar Jahre gelebt hat.

Und noch etwas erfaehrt man hier ueber Peru: die Sache mit dem Wechselgeld. Der Eintritt ins Nationalmuseum kostet 11,20 Soles. Ich gebe einen 20 Soles-Schein. Die Frau an der Kasse kann nicht wechseln. Ich gebe ihr schliesslich noch 2,20 Soles. Sie gibt mir 10 wieder raus. Aber eine 1-Sol-Muenze hat sie nicht. Sie schreibt mir auf die Eintrittkarte, dass ich mir spaeter den Sol abholen darf. Zum Glueck hat Titus, ein junger Hannoveraner, den ich im Hostal kennegelernt habe, das Geld passend, so dass ich meinen Sol gleich wiederbekomme.

Spaeter in der Alstadt werden wir von einem Typen angesprochen, der Pedro (siehe Lima II) sehr aehnlich sieht. Als wir uns als Deutsche zu erkennen geben, fragt er ob wir aus Kaiserslautern kommen und wie wir heissen. Statt zu antworten, frage ich zurueck, wie er denn heisse. Er sagt: Michael. Ich gebe zu Bedenken, dass das nicht sehr Spanisch klinge. Darauf sagt er lachend: „Michael Ballack“. Nachdem ich mich als Oliver Kahn vorgestellt habe und er in Titus Boris Becker erkannt hat, will er uns eine alte Ein-Sol-Muenze schenken. Aber die haben wir ja schon …

Noch was kulinarisches: ueberall wird fuer Inca Kola geworben. Sie ist leuchtend gelb und schmeckt wie ein zu suesses Kaugummi. Ist aber anscheinend so eine Art Nationalgetraenk.

Noch was soziales: vor allem vor Banken sind fast immer meterlange Schlangen zu finden. Warum weiss ich auch nicht.

Noch was oekonomiches: eine Reihe von Strassenhaendlern haelt Handys in die Hoehe und bietet „Llamadas“ an, Anrufe fuer 50 Centimos.

Noch was internettes: im Hostal habe ich einen Belgier getroffen, der seit ein paar Monaten fuer Napa, eine Art „Sendung mit der Maus“ fuer junge Peruaner im Internet arbeitet. Muss ich mir selbst bei Gelegenheit mal in Ruhe angucken.

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