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die welt liegt uns zu füßen

Nick Cave and the Bad Seeds – Wie ein Vulkan

Nick Cave and the Bad Seeds am 12.10.2017 in Düsseldorf

Erst die Rolling Stones – und ich dachte, was kann danach überhaupt noch kommen, wohlwissend, dass ich in dieser Woche ja noch zu Nick Cave and the Bad Seeds gehe. Aber zu letzeren hatte ich keine Vorstellung, was herrn grimo und mich erwarten würde. herr grimo erklärt mir, dass die Musik mitunter sehr düster sei. Das ist sicher nicht übertrieben.

Angefangen hat die Band mit einem ruhigen Stück – aber gar nicht düster. Überwiegend in Dur gehalten und so mehr melancholisch als düster. Schöööön! Allerdings dachte ich zunächst, wenn der ganze Abend so weiter geht … so kam es aber nicht.

In einem Online-Bericht der Halterner Zeitung ** lese ich zum Konzert von einem Vulkanausbruch. Und das trifft den Nagel absolut auf den Kopf. Die Songs, das ganze Konzert ist wie ein Vulkan, erst schlummernd, dann immer wieder explosionsartig ausbrechend um dann wieder zur Ruhe zu kommen. Mit der sehr präsenten Stimme und der charismatischen Ausstrahlung von Nick Cave entsteht so eine mitunter wortwörtlich „wahnsinnig“ dichte Atmosphäre, die das gesamte Publikum in ihren Bann zieht. Ich kenne keinen der Titel des Abends und sog die Musik in mich ein und ließ sie so auf mich einwirken. herr grimo hingegen konnte dann beinahe die Hälfte der Songs mitsingen.

Nick Cave mitten im Publikum

Ähnlich wie Mick Jager schritt Nick Cave beinahe jeden Zentimeter der Bühne ab, immer mit Kontakt zum Publikum an der Bühne oder auch weiter im Saal. Und beim Song der ersten Zugabe war er auf einmal verschwunden, um wenig später plötlich mitten im Saal auf einem Podest, umringt von Publikum wieder aufzutauchen. Letzteres lässt sich wie in Trance von Nick Cave dirigieren.

Und plötzlich war die Bühne voller Fans

Auf dem Weg zurück zur Bühne folgen ihm auf einmal gleich leute aus dem Publikum und Nick Cave winkt noch mehr auf die Bühne, bis diese plötzlich voller Fans ist, die er auch dann bei den weiteren 2 Songs der Zugabe dirigiert, sie sich auf die Bühne setzen lässt um dann später auf ein Zeichen wieder aufzuspringen und wie unter Drogen zu tanzen. So etwas habe ich bei all den Konzerten, die ich gesehen habe, noch nicht erlebt. Wahnsinn – im Besten Sinne des Wortes!!!

Wusste ich vor Beginn des Konzertes noch nicht, was mich erwartet, so bin ich umso begeisterter von der Präzision der Band und der Stimme von Nick Cave – erst recht im Nachwirken des Konzertes.
So habe ich gestern erst die Musik Nick Caves – von dem ich zwar wusste, dass es ihn gibt, ihn aber nur vom Duett mit Kylie MinogueWhere the Wild Roses Grow“ kannte – kennengelernt.
Und um mich weiter an seine Musik heranzutasten, habe ich mir dann erst einmal sein gerade erschienenes Best Of „Lovely Creatures“ bestellt.

Ich denke nicht, dass ich ein eingefleischter Fan von ihm und seiner Band werde, aber wenn sie wieder in der Nähe auf Tour sind, werde ich sicher versuchen wieder hinzugehen und Nick Cave and the Bad Seeds live zu sehen.

Und noch ein kleiner Tip von mir:
Ich denke, die Musik sollte man nicht hören, wenn man eh‘ schon etwas depri drauf ist. Das könnte eines Erachtens schnell nach hinten los gehen und einen in ein riesiges Loch ziehen.
Ich war gestern guter Dinge und so konnte ich die Musik genießen und bin seelig aus dem Konzert gekommen, was auch immer noch – zusammen mit dem Konzerterlebnis am Montag – nachwirkt.



**
In DER lokalen Tageszeitung ist übrigens Nichts zu lesen, obwohl sie das Konzert noch im Februar mit „Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus …“ ankündigt und es heißt, dass sie das Konzert zusammen mit dem WDR2 präsentiere. Der WDR hingegen
berichtet …

 

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