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40 Jahre Apple: Damals im Informatikkurs

Heute vor 40 Jahren wurde die Firma Apple gegründet, Zeit für einen kurzen Rückblick auf einen frühen Informatikkurs an einem Bochumer Gymnasium:

Wir waren ganz vorne, damals im Jahr 1981. Wir lernten gleich Pascal und nicht mehr Basic, was laut dem Lehrer des allerersten Informatikkurses an unserem Gymnasium war die bis dahin gebräuchliche Programmiersprache war. Basic war ja so was von 1980. Das nutzten die Freunde meines großen Bruders am Nachbargymnasium. Aber die speicherten ja auch alles noch auf Lochkarten. Wir hingegen hatten schon Floppy-Discs, die wir in die laut knarzenden Laufwerke steckten. Und wir hatten Apple.

Genauer gesagt den Apple II, einen der ersten brauchbaren Homecomputer überhaupt. Ob nun in der Grundausstattung mit 4 KB RAM oder in der schon auf 64 Kilobyte erweiterten Version, kann ich heute nicht mehr sagen. Aber dass das Ding eine Revolution, die Zukunft schlechthin war, das stand fest.

In mühevoller Kleinarbeit konnte man den so programmieren, dass er eine einfache mathematische Formel nicht nur berechnen, sondern auch noch einen Plotter dazu bringen konnte, die dazugehörige Kurve auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Punkt für Punkt. Für den Graph einer Parabelfunktion brauchte der Apple höchstens zehn Minuten. Wahnsinn.

Noch besser für das gute Dutzend Elftklässer, das das Exotenfach gewählt hatte, war aber, dass es für den Apple II schon Spiele gab. Da musste man zum Beispiel in einer einfachen zweidimensionalen grün-schwarzen Grafik (oder war sie orange-schwarz?) eine Figur auf mehreren Etagen einer Unterwelt Schätze suchen lassen und aufpassen, dass einen der Drache nicht frisst.

Deshalb saßen wir nachmittags stundenlang im Computerraum der Schule und programmierten Spielegrafiken, die zufälligerweise genauso aussahen, wie die irgendwo kopierten Spiele. Beziehungsweise sagten wir das dem Lehrer, falls er mal reinkam. Dem konnte man viel erzählen, weil er all sein Wissen auch nur aus Handbüchern hatte. Deshalb – und das war wohl das Attraktivste an meinen frühen Apple-Jahren – bekamen wir alle auch immer stets eine 1 in Informatik. Weil wir eh alles besser wussten – obwohl wir eigentlich auch kaum was wussten.

Dann kam das Abitur – und damit das Ende meiner ersten Apple-Phase. An der Uni gab es damals noch keine Computer, jedenfalls nicht für Normalstudenten. Den nächsten, meinen ersten eigene Apple hatte ich erst 25 Jahre später. Immerhin musste ich nun nicht mehr so tun, als ob ich Spiele programmieren könnte. Meine Kenntnisse in Pascal würden dafür auch kaum ausreichen.

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