grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

„Aminas Briefe“ von Jonas T. Bengtsson

bengstonWährend Herr Oppermann gerade mal wieder durch Spanien rollt, muss ich mich gerade mit literarischen Reisen begnügen. Der Vorteil daran ist: es reicht ein kleiner Ausflug in die nächstgelegene Buchhandlung, dort kann man dann mal gucken , wohin einen die Buchdeckel so führen. Zuletzt trieb es mich mit dem  Roman „Aminas Briefe“ von Jonas T. Bengtsson nach Dänemark, genauer gesagt nach Kopenhagen. In einer sehr verwirrendes, ein sehr trauriges Kopenhagen.

Don‘ juge a book by it’s cover, heißt es ja eigentlich. „Aminas Briefe“ hatte ich dennoch genau deswegen zur Hand genommen. Es ist  in der schön gestaltetenen Reihe „Kein & Aber Pocket“ erschienen, da greift man gern mal zu.

Bengtsson, ein mittlerweile 38-järhiger Autor, erzählt hier die Geschichte von Janus, einem jungen Dänen, der gerade aus der Psychatrie entlassen wird, in der er die letzten vier Jahre verbracht hat. Jetzt wohnt er in der Luxusbude seines Bruders, der aber nicht dort ist, und sucht nach Amina, einem kurdischstämmigen Mädchen, das Janus noch von der Schule kennt. Sie haben sich jahrelang Briefe geschrieben. Aber dann hat sie offenbar geheiratet, ob so ganz freiwillig, ist erstmal lange nicht klar. Janus trabt durch die Stadt, trifft alte Freund aus seiner Drogenzeit, driftet immer wieder ab, sucht nach Geld und findet schließlich sein Glück – nicht bei Amina, sondern bei einer Frau, die er in der Klinik kennengelernt hatte und die jetzt als schizophrene Malerin Erfolg auf dem Kunstmarkt hat.

Aber Glück ist nur ein äußerst flüchtiger Zustand in diesem Roman. Es ist nicht greifbar, genausowenig, wie die Stadt Kopenhagen, von der in diesem Buch  allenfalls die Namen von Straßen und Stadtvierteln genannt werden. Beschrieben wird sie nicht. Sie spielt für Janus und damit auch für den Leser keine Rolle. Wichtger ist das soziale Gefüge Dänemarks, die Konflikte und Missverständnisse in einer multikulturellen Gesellschaft.

Janus ist getrieben von der Idee, dass er Amina helfen muss. Und Bengtsson beschreibt das auf eine sehr nachvollziehbare Weise, so nachvollziehbar, dass man Janus immer wieder zur Seite springen will, wenn er wieder und wieder in sein Unglück läuft. Aber da man als Leser leider nicht eingreifen kann, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Wie gesagt, dies ist ein schönes, aber kein glückliches Buch.

2 Responses to “„Aminas Briefe“ von Jonas T. Bengtsson”

  1. Ich glaube, Kopenhagen wäre mir gerade – selbst als literarische Reise – zu kalt 😉

    Beste und – wenn auch mit ein bisschen Wolken trotzdem – sonnig warme Grüße von der Costa del Sol.
    Und wenn ich zurück komme, bringe ich die Sonne wieder mit zurück 🙂
    herr oppermann

  2. […] mit “Aminas Briefe” von Jonas T. Bengtsson so gefallen hatte, hab ich gleich noch zu dem nächsten Buch aus der schönen Taschenbuchreihe mit den gelben […]

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