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die welt liegt uns zu füßen

Endlich Regen: „Past and Future“ im Schokoladen

Was gibt es geileres als einen kalten verregneten Montagmorgen nach einem langen schönen Sommer? Klingt pervesr? Okay, aber endlich kann man mal wieder auf dem Weg zur Arbeit das Rad stehen lassen und in die U-Bahn tauchen.  Auch das muss jetzt nicht unbedingt ein Vergnügen sein, außer natürlich, man hat neue Musik auf dem iPod. Und einen guten Kopfhörer, der die Welt da draußen, das ganze akustischen Drumherum aus den Ohren hält. Und stattdessen mit Punk füllt. Zum Beispiel mit „Außer Haus“ von Past and Future. „Geh ich morgens aus’m Haus / such ich mir was Schönes aus / lass die Vögel für mich singen / und das Leben auf und abspringen“, singt das Berliner Punktrio gleich im ersten Song der ersten Platte „Universium„, die ich vor ein paar Tagen nach dem rummsig-tollen Konzert im Schokoladen erstanden habe.

Hornbrillenträger standen da auf der kleinen Bühne vor der weltberühmtesten Rosentapete und sahen aus, als ob sie gerade ihre Bankerlehre absolviert hätten oder am nächsten Morgen zum Elektrotechnikseminar für Fortgeschrittene an der TU müssten. Und dann: kramwumm. Rumpel. Jaul. Rumsdums rumdums rumsdums. Nein, nichts geniales, nichts absolut außergwöhnliches. Aber eben einfach gute, intelligente Punkrockmusik, die mich voll in einer bestimmten Laune erwischt hat. Und die mich jetzt, vier Tage später, durch eben diesen grauen Montagmorgen und die U-Bahn tragen. Da stehen alle anderen wie begossene Pudel in der Bahn, sehen so aus, als wollten sie die Woche, die doch noch gar nicht richtig begonnen hat, bis ans Ende ihrer Tage verfluchen. Aber ich, ich summe mit, und der Kopf nichkt, denn er hat recht. „Lass mich gehn / wir werden uns bestimmt noch mal / vielleicht / auf jeden Fall wiedersehn“.  (aus dem Song „Momente“).

Eine Band mit der man Durch die Nacht fahren kann. Selbst am Montagmorgen in der U-Bahn.

PS: Was natürlich nicht vergessen werden darf: Eine der zwei Vorbands im Schokoladen war Bananarchie. Eine Band, wie es sie eigentlich nur in Berlin, derzeit wahrscheinlich nur in Neukölln geben kann. Das Duo singt über den Fuchs in der Weserstraße, eine Hymne auf die Spätis oder erzählt vom Versuch bei Karstadt am Hermannplatz etwas gegen den Durst zu klauen. Aber die beiden stammen aus Belgien und singen ihre deutschen Texte mit dem wunderschönsten französischen Akzent, den man sich vorstellen kann. Tres sympa!!!

One response to “Endlich Regen: „Past and Future“ im Schokoladen”

  1. […] summt es die ganze Zeit in meinem Kopf. Und da faellt mir auch wieder ein, woher ich das kenne und wann ich das zum ersten Mal gehoert habe. Wir hocken zu sechst auf der Ladeflaeche des Pick-Up. Verzweifeltes Laecheln. Nicht zu ernst […]

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