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die welt liegt uns zu füßen

Naturschutzgebiet El Chiflon: Wo der Kondor schlaeft

Blick auf die Schlucht von El Chiflon  Felswand in El Chiflon (und wenn man genau hinschaut, sieht man auch den schlafenden Kondor) Jolanda erklärt ein paar Fossilien, die am Wegesrand rumliegen

El Chiflon ist die wunderbare Abwechslung fuer alle, die die fazinierende Landschaft hier an der Grenze der Regionen San Juan und La Rioja nicht nur per Bus abklappern, sondern ein bisschen erlaufen wollen. Das gerade mal zehn Jahre alte und wenig besuchte Naturschutzgebiet liegt ein paar Kilometer oestlich von Talampaya, der Eingang befindet sich gleich an der Landstrasse nach La Rioja. Hier darf man – noch – wandern. Und ausser meiner kleinen Reisegruppe, mit der ich mich vom Hostal habe herfahren lassen, ist niemand vor Ort. Mit an Bord: Anne, die aeltere Amerikanerin, die in Muenchen fuer die US-Regierung arbeitet, aber nicht sagen will, was genau, weil ich sonst nicht mehr mit ihr reden wuerde. Chantal, eine Marionettenspielerin aus Frankreich und Gabriela aus Buenos Aires. Jolanta, eine 40-Jaehrige aus dem Nachbardorf, uebernimmt die auch fuer diesen Park vorgeschriebene Fuehrung, die sich aber durchaus lohnt. Denn Jolanta weiss nicht nur viel ueber die Geschichte der fast 100 Meter hohen Steilwaende, sondern auch uber die verschiedenen Kakteenarten zu erzaehlen: vom Bart-des-Tigers, der weissstachelig am Boden waechst, bis zu den gigantischen San-Pedro-Kakteen, die hier zum Teil ueber sieben Meter hoch sind.

Jolanda fuehrt uns in ein enger werdendes, fast canyon-artiges Tal, zeigt uns die ganzen Gesteinsschichten und ihre Namen (das Haus, der Papagei, der Gaucho etc.), weist uns auf Fossilien hin, die hier genauso rumliegen, wie Steine, die vor Jahrhunderten von Indigenas bearbeitet wurden, erklaert uns, dass die lautschreienden Papageienschwaerme hier wirklich nichts bessonderes sind und zeigt uns einen Kondor! Der sitzt in einer schattigen Ecke hoch oben in der Felswand. Und schlaeft. Eigentlich, sagt Jolanda, sei es laengst Zeit, dass er seine riesigen Schwingen ausbreitet und abhebt. Normalerweise beginne er um 8 Uhr morgens mit seinen Gleitfluegen. Jetzt ist es schon halb zehn. Aber unser Kondor hat heute wohl keine Lust. Er bleibt die ganze Zeit auf seinem Panoramafels.

Jolanda gehoert wie alle Guias hier im Park zu einer kleinen Kooperative, die sich die Arbeit teilt. Die sei vor allem fuer die jungen Menschen hier in der Gegend eine der wenigen Moeglichkeiten einen Job zu finden. Die meisten Jugendlichen aber, sagt Jolanda, wollen weg. In die Stadt, wie ueberall auf der Welt. Jolanda selbst ist eine grosse Ausnahme. Sie ist aus der Stadt hierher gezogen. Wegen der Liebe und weil es so schoen ruhig ist. Wo sonst, fragt Jolanda, koenne sie sonst schon einfach ihre drei Kinder draussen laufen lassen, ohne sich sorgen zu machen.

Reiseinfos:

Fahrt vom Hostal in Valle Fertil nach El Chiflon: 160 Pesos pro Person im  Auto, gebucht im Hosta. Eintriit in den Park inklusive Fuehrung: 100 Pesos.   

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