grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

singapur news

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(werbespruch bei einem sanitaerhandel, singapur)

taste it, its free, sagt die junge chinesin am boats quay und haelt mir eine kleine plastikdose unter die nase. undefinierbare plaettchen darin. leg es auf die zunge! ok, denkt man, bin ja offen fuer fremde kulturen. die coolmint listerine hinterlassen hochkonzentrierten geschmack unter dem gaumen. und sonst nichts, loesen sich binnen sekunden auf. oral care strips helps killing germs for a clean mouth feeling verspricht die packung.
und sie helfen vor allem diesen moloch von stadt sauber zu halten. denn kaugummis, so weiss es zumindest der reisefuehrer, sind hier verboten. gibts hier erst gar nicht zu kaufen. machen alles nur dreckig, kleben ueberall nur rum. irgendetwas in die gegend schmeissen kostet 100 singapur dollar, wird gewarnt. im extremfall setzt es stockhiebe. dann doch lieber einfach alles aufloesen. welch innovation.

und voll im trend. denn diese stadt scheint sich mit rasanz komplett aufzuloesen und neu zu erfinden. ueberall rammen abrissbagger durch die viertel. hochhaeuser, die so etwas laecherliches wie den potsdamer platz als lego-uebung fuer architektur-anfaenger erscheinen lassen, brauchen halt raum.

nur in restricted areas darf hier und dort ein alter strassenzug mit gemueltichen zweigeschossern stehen bleiben. da wimmelt es dann auch von eating houses. am besten man bestellt fish. oder chicken. und wartet was kommt. pancake mit wuerziger sosse zum fruehstueck zum beispiel.
oder ueberraschend leckerer kaffee.

oder ueberraschend teure zigaretten. wohl ein teil der anti-raucher-kampagne hier. rauchen ist zwoelf mal so toedlich wie das ueberqueren einer strasse, steht auf dem asphalt an einem fussgaengerueberweg. das klingt aber eher wie eine beruhigung fuer die pedestrians. denn die sind hier allenfalls beiwerk in einer autometropole. muessen an jeder kreuzung minutenlang auf gruen warten und werden dann von einem countdown im sekundentakt ueber die strasse gejagt. die wartezeit liesse sich bequem mit einer zigarette ueberbruecken. aber das ist ja noch toedlicher – und umweltverschmutzender.

dabei ist singapur laengst nicht so sauber wie zuerich, was der reisefuehrer als massstab nennt. im gegenteil, ausserhalb der inner city findet man ueberall weggeworfene kippen und plastiktueten im gebuesch. sonst haette die unterster dienstleistungsklasse, die maenner und frauen mit den besenwagen, die man an jeder zweiten ecke trifft, aber auch gar nichts zu tun.

und sonst?
der krieg. hussein und startende us-flugzeuge prangen zwischen chinesischen lettern auf den zeitungen. aber hier ist es ruhig. selbst in der bagdad street hocken die araber gelassen beim kaffee. und um mich herum hier im internetcafe ballert die jugend beim counter strike.

und dann? der regen. tropic.

und morgen? kuala lumpur.

eigentlich wollte ich nur kurz sagen, dass ich gut angekommen bin.

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