grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

Vietnam in Stichworten

Zum Schluss noch ein paar gesammelte Eindrücke aus dem Land, von Abfahrtszeiten über kalter Kaffee bis Zuckerrohrsaft:

Abfahrtszeiten: Fahrpläne von Bussen zu finden, ist nicht so ganz einfach. Meistens reicht es aber aus, sich im Hotel zu erkundigen. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass man dann eher ungefähre Zeiten genannt bekommt. Zum Beispiel: zwiscehn acht und halb neun. Wer dann als echter Deutscher pünktlich um acht Uhr auf der Matte steht, darf sich nicht wundern, dass man noch warten muss. Doch Vorsicht: es ist keinesfalls so, dass der (->) Bus dann nie vor halb neun fährt.

Typischer Bau in Ninh BinhArchitektur: Im ganzen Land sieht man sie immer wieder: Sehr schmale, meist drei, maximal vier Meter breite Häuser, die dafür sehr weit nach hinten auf das Grundstück reichen. Sowohl in den Großstädten, als auch auf dem Land haben diese Häuser einen zentralen Raum vorn im Erdgeschoss, der sich zur Straße hin orientiert. Er ist Laden oder Wohnzimmer oder beides, nachts gern auch Motorradgarage und Schlafzimmer. Weiter hinten sieht man dann stets eine Treppe, die in die oberen Geschosse führt. Von den Treppenhäusern geht dann meist ein Raum nach vorn, einer nach hinten.Bei sehr lang gestrecketen Häusern mit mehreren Treppenhäusern oder Zwischenzimmern haben die Räume meist nur ein Fenster zur Treppe. Manchmal gibt es auch Fenster auf der Hausseite. Aber spätestens wenn der Nachbar ein ebenso hohes Haus baut, ist diese Möglichkeit weg.

Bettwäsche: Geschmack ist Geschmackssache. So stößt man in Vietnams Hotels auf Bettbezüge, die man hierzulande dankend ablehnen würde. Oder allenfalls in Kinderzimmern vermuten würde: Lustige Bärenmuster zum Beispiel. Oder bunt gescheckte Früchte. Häufig allerdings findet man in den Hotels aber auch Betten, die nach europäischen Standard zu wenige bezogen sind. Insbesondere Decken werden nur selten noch von wechselnden Stoffen umgeben. Schon deshalb empfiehlt sich die Mitnahme eines (->) Schlafsacks.

Binh Mi:  Vietnamesisches Baguette, gibt es überall im Land an kleinen Straßenständen, wird mir diversen Soßen bestrichen, mit Gemüse und unterschiedlichen Fleischsorten belegt. Die (->) Preise schwanken. Es kostet mal 8.000, mal 10.000 Dong, für Touristen gern auhc mal 20.000. Lecker!

Busse: Die einfachste Art von A nach B zu kommen. Es gibt sie in sehr unterschiedlichen Ausstattungen. Sehr luxuriöse, die sich an Besserverdiende und Touristen wenden, bis hinunter zu den kleine Minibussen, die die Dörfer abklappern und so voll gestopft werden, dass es Reisenden mit europäischem Sicherheitsdenken nicht ganz wohl ist. Hier allerdings kommt man den Vietnamesen sehr nah, was auch an deren (->) Kommunikationsdistanz liegt. Für Reisende gibt es die spezielen Open Tour Busse. Theoretisch kann man sich ein Ticket kaufen, das von Hanoi bis Saigon gilt und in mehreren Etappen abgefahren werden kann. Man kann aber auch jederzeit Einzeltickets für diese Busse erwerben.

Copyright: Nicht vorhanden. Man kennt das ja aus der gängigen Presseberichterstattung. Alles westlichen Firmen klagen darüber, dass sie von chinesischen Herstellern schlichtweg kopiert werden. In Vietnam ist das nicht anders. Doch hier wird keineswegs nur das High-Class-Produkt aus dem Westen plagiiert. Im Gegenteil: alles, was halbwegs Erfolg hat, wird umgehend nachgeahmt. Wo ein Schneider ein paar Kunden anlocken kann, gibt es gelch hunderte. Und wenn ein Hotel mit dem Namen Bamboo Erfolg hat, gibt es gleich mehrere mit dem selben Namen, ähnlichen Internetandressen etc. Das ist recht gewöhnungsbedürftig.

Dollar: Überall wo Touristen auftauchen, werden Preise für Hotels, Essen, Busse etc schnell in Dollar genannt. Bezahlen kann man jedoch stets auch in (->) Dong, der einheimischen Währung. Manchmal ist es aber günstiger in Dollar zu zahlen, weil plötzlich etwa statt des allgemein zu Grunde gelegten Wechselkurses von 1:20.000 ein Kurs von 1:21.000 verlangt wird.

Zweieinhalb Millionen Dong sind gerade mal 100 EuroDong: Name der Währung in Vietnam, wird meist in großen Scheinen gehandelt, da ein Euro rund 25.000 Dong wert ist. An Bankautomaten gibt es in der Regel als höchste Auszahlungssumme nur 2 Millionen Dong, also etwa 80 Euro. Da scheint wenig, entspricht aber offenbar dem Monatseinkommen vieler Menschen in Vietnam.

Fernseher: Gibt es in jedem Hotel. Das Programm aber ist dürftig. Zwar findet sich manchmal neben CNN und BBC auch Deutsche Welle-TV. Die vietnamesischen Sender aber zeigen im wesentlichen asiatische Soaps, manchmal im vermutlich japanischen Original mit eingesprochenem vietnamesischen Text. Dazu gibt es offenbar sehr lustige Shows, die man gelegentlich auch bei Überlandfahrten in den Bussen präsentiert bekommt.

Feuer: Wird gern auch mal in den Großstädten angezündet. Mal in kleinen Eimern, mal einfach nur in der Gosse. Häufig, um schnell ein wenig Abfall zu vernichten. Im (->) Januar vor allem Norden des Landes aber unübersehbar auch, weil sich (->) Straßenhändler einfach mal etwas aufwäremn wollen.

Gelassenheit: Offensichtlich die Grundeinstellung aller Vietnamesen. Häufig verbunden mit offensiver Freundlichkeit und strahlendem Lächeln. Benötigt der Reisende, um eine Straße zu überqueren.

Helm: Überlebenswichtiges Accesssoir für Vietnamesen. Das das (->) Moped das Hauptverkerhtmittel ist, haben Vietnamesen fast immer einen Helm parat, manche tragen ihn sogar im Bus, weil sie vielleicht anschließend noch auf ein Motorradtaxi umsteigen müssen. Die Helme sehen allerdings bei weitem nicht so klobig aus, wie man das aus Deutschland gewohnt ist. Entsprechend niedriger dürfte der Schutz im Falle eines Falles sein. Motorradtaxifahrer haben übrigens immer einen zweiten Helm für Fahrgäste parat.

Hunde: Gibt es in zwei Formen

Hunde in Ninh BinhHund in Hoi An

Hupe: Offensichtlich das wichtigste Gerät eines Fahrzeuges.

Januar: Der Januar ist auf der Nordhalbkugel ein Wintermonat. Und Vietnam liegt auf der Nordhalbkugel. Das darf man nicht vergessen. Insbesondere in der Nordhälfte des Landes war es daher empfindlich kalt. Vor allem, weil die kalte Luft zudem auch noch feucht ist. Wer seinen (->) Schlafsack dabei hat, wird sich freuen. Im Süden hat es trotz Januar aber schnell mal 30 Grad.

So musse es sein: Kalter Kaffere, serviert mit einem Extrakännchen grünem TeeKaffee, kalter: Nationalgetränk. Vietnam ist, was viele nicht wissen, mittlerweile eins der größten Kaffeeanbauländer der Welt. Es soll nach Brasilien und Kolumbien mittlerweile auf Platz 3 liegen. Der Kaffee wird aber nicht nur exportiert. Im Gegenteil: man trinkt ihn überall auch im Land. Allerdings nicht unbedingt heiß und frisch gebrührt, wie man das aus Europa kennt. Kaffee wird hier ganz selbstverständlich auch kalt serviert. In Cafés meist sogar mit Eiswürfeln. Wer seinen Kaffee lieber heiß möchte, sollte das explizit sagen. „Kaffee“ heißt „ca phe“. „Kaffee mit Milch“ heißt „ca phe sua“, allerdings bekommt man dann die supersüße Kondensmilch ins Glas, wer auf frischer Milch im Kaffee besteht, wird schräg angeguckt und selten richtig verstanden. „Kalte Kaffee“ heißt „ca phe da“. Heißer Kaffee heißt „ca phe nóng“. In vielen Fällen wird ganz selbstverständlich noch grüner (->) Tee zum Kaffee serviert.

Kommunikationsdistanz: Die körperliche Distanz zwischen zwei Menschen ist in Vietnam offenbar deutlich niedriger als in Europa. Es ist mir mehrfach passiert, dass Menschen – etwa in den übervollen Bussen – mich ganz selbstverständlich anfassen, ihre Hand auf mein Knie legen um Dinge im Gespräch zu betonen oder ähnliches.   

Lärm: Überall, insbesondere der Verkehrslärm. Wer unbedingte Ruhe im Urlaub erwartet, sollte sich dringend ein anderes Reiseziel suchen.

Literatur: Das wichtigste Buch eines jeden Reisenden ist natürlichder Reiseführer. Ich hatte den Vietnam-Führer aus dem in Asien bewährten Stefan-Lohse-Verlag und war mal wieder im großen und ganzen zufrieden. Zudem hatte ich noch zwei lesenswerte Bücher dabei. Zum einen „Sonntagsmenü“ von Pham Thi Hoai. Die Kurzgeschichten der Vietnamesin geben einn nicht ganz einfach zu lesenden, aber spannenden Einblick in das Land, und verkünden u.a. von einer überraschend offenen Sexualmoral. In „Hanoi Berlin Nha Trang“ erzählt Frank Quilitzsch von seiner Reise mit einem deutsch-vietnamesischen Freund in das Land und gibt Einblick in eine komplexe, durch den Verlauf des Krieges sehr verworrenen Familiengeschichte.

Mönche: Allen, die zuvor in Thailand, Laos oder Kambodscha waren, fällt es auf: In Vietnam fehlen die ansonsten in Süd-Ost-Asien omnipräsenten Mönche. Allenfalls im Süden, etwa im Mekong-Delta, wo viele Kambodschaner leben,seith man Mönche auf der Straße. Ansonsten ist ihr Fehlen wohl ein Zeichen für den eher pragmatischen Umgang, den die Vietnamesen mit der (->) Religion pflegen.

Moped: Hauptverkehrsmittel, in einigen Gegenden sogar so etwas wie ein fast schon angewachsenes Körperteil der Vietnamesen. Egal ob bei Straßenhändlern Suppe gekauft wird oder ein dicht bevölkerter Nachtmarkt besucht wird. Man steigt nicht ab.

Mundschutz: Wird nicht nur in den Großstädten vor allem von Frauen getragen. Der Mundschutz ist so selbstverständlich, dass es ihn längst mit lustigen Musten und aufgedrucketn Figuren gibt. Coolere junge Frauen in den Städten sehen mit ihrer Kombination aus Mundschutz, Sonnenbrille, Hut und engen Jeans ein wenig wie Michael Jackson aus.

Preise: Als Reisender muss man sich daran gewöhnen, dass man gesonderte Preise zahlen soll. Das mag einem nicht passen, aber man kommt kaum daran vorbei. Ein Amerikaner erzählte mir, dass er bei der üblichen Restaurantpause während einer Überlandbusfahrt eine englische Speisekarte vorgelegt bekam, auf der die Preise deutlich höher waren, als auf der vietnamesischen. Der Kellner begründete dies mit den größeren Portionen, die die Ausländer bekämen. Als sich auch dies als Fake entpuppte, stellte er seinen Kunden vor die Wahl: Ausländerpreis zahlen oder nichts bekommen! Viele empfinden das als ungerecht. Man kann es allerdings auch als sozial interpretieren. Denn nur so können sich ärmere Einheimische weiterhin den Besuch von Lokalen leisten, die auch von Touristen frequentiert werden. Bei ganz dreisten Überforderungen – etwa von Motorradtaxifahrern – hilft übrigens ein wenig Handeln.

Religion: Vietnam ist – gemessen an der Zahl der Tempel – sicherlich ein religiöses Land. Zudem gibt es auch reichlich Kirchen. Und dennoch scheint der Umgang mit Religion pragmatisch. Es gibt wenig (->) Mönche auf den Straßen. In den Tempeln sind recht selten parktische Zeremonien zu sehen, dafür trifft man um so häufiger Gesellschaften, die dort ausgiebig speisen. Die beste Erklärung für den Umgang mit Religion habe ich in der Kurzgeschichte „Ein Held“ von Pham Thi Hoai (-> siehe Literatur) gefunden. Dort heißt es: „Wir (Vietnamesen) nähren einen Glauben im Geiste des Lotteriespiels, wer betet, wird bei Heiligen schon irgendwann einmal etwas erreichen, wird schon irgendwie geschont, das heißt, es kostet nicht viel, aber im Glücksfall gewinnt man eine Menge. Wir sind bereit, alles zu verehren, an alles zu glauben, es muss nur für beide Seiten ein vorteilhafter Handel sein. Wir brauchen einen handfesten Beweis für diese Gegenseitigkeit, bekommen wir ihn nicht, dann lassen wir es bleiben. (..) Das worum wir beten, ist immer konkret, zählbar, greifbar, wenn es erfüllt wird, gewähren wir dem Gott eine kleine Belohnung, wenn nicht, schmollen wir und lassen es bleiben.“

Schlafsack: Bei allen meinen längeren Reisen war er dabei, nie habe ich ihn gebraucht. Und diesmal hätte ich ihn fast zuhause gelassen. Zum Glück kam der Schlafsack dann doch noch in den Rucksack. Denn fast die ganze erste Hälfte der Reise hat er mir nützliche Dienste erwiesen. Nicht nur gegen die (->) Januar-Kälte, auch bei fehlender (->) Bettwäsche erwies sich der Schlafsack als ausgesprochen nützlich.

Schlappen: Stehen genau wie (->) Zahnbürsten in praktisch jedem Hotel bereit. Leider nie in einer für einen europäischen Mann tragbaren Größen.

Straßenhändler: In einem kommunistischen Land sollte man nicht mit überpräsenten Handel rechnen. Doch in Vietnam wird überall ein Geschäft betrieben. In den Städten gibt es viele Kleinhändler, die auf Straßen oder Straßenmärkten die Produkte ihres Feldes anbieten oder auch die üblichen Schuhputzer. Die vielen Garküchen runden das Angebot ab. Aber auch auf dem Land gibt es Straßenhändler. Sie stehen selbst an den Autobahn ähnlichen Routen. Meist bietn sie Reiseproviant, wie etwa Baguette. Manchmal aber werden auch ganze Kleiderstangen voller Anzüge und Kleider oder schön auf einer Plastikfolie drapierte Schuhe angeboten.

Tee, grüner:  Ist eine Selbstverständlichkeit. Wird gern überall angeboten und ist meist im Preis inbegriffen, zum Beispiel wenn man einen (->) Kaffee bestellt. Wird wie der Kaffee auch kalt getrunken und ist in der original vietnamesischen Version meist sehr bitter, da die grünen Blätter nie aus dem Tee herausgenommen werden. Einheimische sagen, dass sei gesund. Reisende nehmen Zucker.

Unfälle: Der Verkehr in den Städten fließt trotz der allgemeinen Hektik erstaunlich gut. Dennoch ist unübersehbar, dass diese Art der Verkehrsregelung nicht ohne Risiko ist. Ich habe in den gut drei Wochen allein fünf Unfälle gesehen. Mal war des eine recht harmlose Kollision zweier Mopedfahrer, die kurz darauf aufstanden und weiter fuhren. In Kon Tum aber hat ein dicker Jeep beim Linksabbiegen eine Rollerfahrerin übersehen und umgenietet. Die lag lange benommen auf der Straße bevor sie von der herbeigeeilten Menge zur Seite getragen wurde, während der Jeepfahrer unter zaghaftem Protest der Umstehenden einfach wegfuhr.

Zahnbürsten: Stehen genau wie (->) Schlappen in praktisch jedem Hotel bereit. Sie werden in kleinen Pappschachteln mit Hotelaufdruck samt einen Minitube Zahnpasta gereicht. Ich selbst hab die nie probiert, sie soll, so berichteten andere Reisende, nach Bonbon schmecken.

Zuckerrohrsaft: Reisender, kommst du an einen Stand, der frisch gepressten Zuckerrohrsaft anbieten, so bleibe stehen und genieße ein Glas!

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