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die welt liegt uns zu füßen

Buenos Aires: Abschluss mit dem Tangohelden

Im Haus von Carlos Gardel

Die Runde ist abgeschlossen. Nach vier Wochen endet meine Tour da, wo sie angefangen hat: in Buenos Aires. Ich nutze den letzten Tag für einen Gang durch Stadtteile, die ich bisher nicht gesehen habe. Das Viertel am Bahnhof Once zum Beispiel, ein äußerst quirliger Stadtteil, in dem man aber andesr als im Zentrum auf den ersten Blick auch die Armut dieser Stadt sieht: auf dem großen Platz neben dem Bahnhof liegen reihenweise Bettler auf den Wiesen. Einige haben sich hier oder auf Plätzen in der Nähe mit Matrazen ein Quartier im Gebüsch eingerichtet. Etwas weiter nördlich findet sich dann ein Abschluss, wie ganz gut zu Buenos Aires passt: das Museo Casa Carlos Gardel. Es ist dem Tangosänger gewidmet, der hier bis zu seinem Tod mit seiner Mutter gewohnt hat. Gardel gilt nicht nur bis heute als einer der besten Tango-Sänger, er war wohl auch der erste überhaupt – wie man hier im Museum erfährt. Denn bis 1917 war Tango noch eine rein instrumentale Musik. Dann schrieb ein Autor erstmals einen Text zum einem Stück, das Gardel dann als „Mi noche triste“ sang – allerdings zunächst nicht in der Öffentlichkeit. Der schon recht bekannte Sänger hatte Angst, dass ihm das Publikum die Interpretation einer so verruchten Musik übel nehmen würde. Erst nachdem ihn Freunde überredet hatte, trat er mit dem Lied auf – es wurde ein Megaerfolg. Als Carlos Gardel 1935 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam, war er ein viel betrauerte Held. Filmaufnahmen zeigen, wie sein Sarg auf einer vielspännigen Kutsche durch Buenos Aires gefahren wird, am Straßenrand stehen Tausende und von den Balkonen der Nachbarhäuser werden Blumen geworfen.

Das ehemalige Hafenviertel von Buenos AiresAm Ende habe ich mir dann schnell noch die neue Hafencity angeschaut. Die heißt zwar nicht so, sieht aber genauso aus wie ihr Pendant in Hamburg. Oder London. Oder wo sonst auch immer alte Hafengebäude zu einem schicken Stadtteil aufgemöbelt und mit neuen Luxus- und Bürobauten umgeben werden.

Und nun – muss ich wieder zurück ins kalte Berlin.

Es ist genau der Moment einer Reise, bei man feststellt, dass jetzt nochmal vier Wochen genau das richtige wären. Aber …

Straße in San Telmo

Reiseinfos:

Da das Hostel Artfactory, in dem ich vor vier Wochen, ausgebucht ist, hab ich mich diesmal eine Straße weiter im America del Sur Hostel einquartiert. Von außen mag es enttäuschen, denn es befindet sich in einem schmucklosen, grauen Neubau. Innen aber überzeugt es völlig. Denn es hat einen luftigen Aufenhaltsraum, bietet reichhaltiges Frühstück (es gibt neben Brot und Müsli  sogar Kuchen) und ist vor allem das mit Abstand sauberste und gepflegteste Hoste, das ich in Argentinien gesehen habe. Kleinigkeiten wie Lampen an jedem Bett im Dormitorio und Besonderheiten wie ein behindertengerechte Zimmer, sowie ein zusätzliches rollstuhlgerechtes Bad im Keller, wo sich weitere Gemeinschaftsräume inklusive frei zugänglicher Computer befinden überzeugen. Wenn ich mehr Zeit hätte, könnte ich auch noch an einer der wächentlich zwei kostenlos orgnansierten Stadtführungen teilnehmen. Nun ja, vielleicht beim nächsten Mal. rollstuhl6.jpgrollstuhl6.jpgrollstuhl6.jpgrollstuhl6.jpgrollstuhl6.jpgrollstuhl6.jpg

One response to “Buenos Aires: Abschluss mit dem Tangohelden”

  1. […] Buenos Aires: Die Metropole, an der niemand vorbekommt in Argentinien. Zum Glück, denn  hier gibt es deutlich mehr zu sehen als Tangoshows. Mehr dazu hier, hier, hier und nochmal hier. […]

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