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Oktober 2010
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Archive für Oktober 2010

Ein Sonntag in der K77

Es war im Januar oder Februar 1993. M. hatte bekannt gegeben, dass er jetzt tatsächlich in die K77 einziehen werden. Und die Überraschung der anderen Bewohner der Kastanienallee 77 war groß. Denn eigentlich wäre niemand auf die Idee gekommen, dass M. nicht schon längst hier in dem im Sommer 92 besetzten Haus wohnen würde. Schließlich war er doch immer da. Nicht nur bei den zahlreichen Verhandlungen am Runden Tisch, sondern auch bei den unzähligen Debatten am Holztisch, da oben in der großen Küche im 2. Stock der “Fabrik”. So oder so: Wenn M. meint, dass  er jetzt erst einzieht, auch egal. Wenn M. meint, das mit einem Sonntagsbrunch besiegeln zu müssen, umso besser. W. ließ sich nicht lumpen und griff zur Geige, eigentlich auch wie bei jedem passenden Anlass. Und der Rest? Ach, seht doch einfach selbst, wie es aussah, 1993, beim Frühstück der Hausbesetzer in Prenzlauer Berg:

Bei diesem Video handelt es sich übrigens um eine Rohfassung. Die geschnitte Version ist leider verloren gegangen. Da ich aber damals der Auffassung war, dass man beim impressionistischen Videodreh ohnehin praktisch ohne Nachschnitt auskommen müsste, haben sich beide Versionen nur unwesentlich unterschieden.

PS: M. hat heute Geburtstag. Dies ist meine Gratulation!

Kunst in Costa Rica - und eine echte Kokosnuss

Und gleich noch eine Zeitreise aus meinem frisch digitalisierten Videoarchiv. Eine Zeitreise, die mit einer echten Reise verbunden ist. 1991 drehte ich mit meiner Studienkollegin Nicola Stroux in Costa Rica das Dokumentarvideo “Kaffee Bilder Kunst Bananen” über zeitgenössische Kunst in dem kleinen Land in Zentralamerika. Ich war damals insgesamt zwei Monate vor Ort, lernte fast automatisch meine Grundlagen in Spanisch. Und vor allem erstmals, was es heißt länger in einem anderen Land zu sein.

Teil1:

Das insgesamt 30-minütige Video, das ich jetzt in drei Teilen auf youtube gestellt habe, haben Den Rest des Eintrags lesen »

Blumfeld in Berlin 1992

Ein Fundstück aus meinem Videoarchiv. Gedreht 1992 bei einem Konzert der Band Blumfeld im Loft am Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg.

Der Dreh sollte eigentlich so etwas wie der Grundstein für meine Fernsehjournalistenkarriere werden. Es gab damals eine lose Absprache mit den Machern der Kultursendung von N3. Zusammen mit meiner Studienkollegin Nicola Stroux hatten ich denen ein ganz heißes Eisen andrehen wollen: einen Bericht über die zweite “neue deutsche Welle”, der Begriff “Hamburger Schule” Den Rest des Eintrags lesen »

10.10.10 - Der Name Gereon

Tolles Datum heute. Nicht nur für Zahlenfans. Sondern auch für alle Träger des seltenen Vornamens Gereon. Denn die haben heute Namenstag.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Stefan_Lochner_004.jpg

Den Namen kennen meist nur drei Typen von Menschen: Erstens solche, die so heißen. Zweitens solche, die jemanden persönlich kennen, der so heißt. Und drittens Kölner. Denn in der Stadt am Rhein steht nicht nur eine Gereons-Kirche. Gereon ist auch noch der Patron von Köln, der Stadtheilige. Und in einer katholisch geprägten Stadt hat der Stadtheilige offenbar immernoch eine gewisse Bedeutung.

Wo der Name genau herkommt ist unklar. Der Heilige jedenfalls soll Mitglied oder gar Anführer eines Teils der so genannten thebäischen Legion gewesen sein, die im 4. Jahrhundert - kurz gesagt - für das gute, also das Christentum gekämpft hat. Und wie es sich für einen Märtyrer gehört, wurde der gute Gereon am Ende geköpft. Wo genau das gewesen sein soll, ist unstritten. Ungewiss ist auch, wann und wieso die Legende mit der Stadt Köln verknüpft wurde. Sicher ist nur, dass die dortige Kirche ebenfalls rund 1600 Jahre alt ist. Und wie sich das für eine richtig katholische Kirche gehört, steht in einer Ecke eine Reliquie: hier die Blutsäule, an der noch Reste des echten Blutes von Gereon und seinen Gefährten kleben soll. Die Säule sollte man einer weiteren Legende nach übrigens nur besuchen, wenn man selbst noch niemanden umgebracht hat, sonst geht es einem wie König Theoderich und man bekommt plötzlich mit einem tödlichem Stich im Herz. Wenigstens blieb sein Wams unversehrt. So unversehrt, wie die Leiche, die 1121 in der Kirche ausgegraben wurde, und seither als die des Heiligen gilt. Legenden sind etwas wunderbares!

Für die praktisch veranlagten Katholiken hat der gute Gereon zwei Funktionen: er ist Patron der Soldaten (was bei seiner Geschichte nicht ganz überrascht). Und er hilft gegen Kopfschmerzen. Grund dafür ist aber angeblich nicht die radikalste Lösung gegen Kopfschmerz: Kopf ab! Vielmehr soll später mal ein Bischof durch Staub aus dem Brunnen der Kirche St. Gereon von Kopfschmerzen geheilt worden sein. Nun denn.

Wie bei der Geschichte es heiligen Gereon, die mehr auf Mythen denn auf Fakten beruht, herrscht auch bei der Bedeutung des Namens eine gepflegte Ungewissheit. Meist wird vermutet, dass Den Rest des Eintrags lesen »

Botequim Carioca - Brasilianisch in der Linienstraße

Der unauffällige Halbbrasilianer hatte Durst. Ich hatte Hunger. Der unauffällige Halbbrasilianer hatte eine Idee. Und so landeten wir dort, wo ich schon unzählige Male dran vorbei geradelt bin: in der Botequim Carioca an der Linienstraße in Berlin-Mitte. Ein kleiner netter Laden. Im Hintergrund läuft authentisch klingende Musik. Und wenn man mal zwischendurch zum Klo muss, stellt man fest: die ist nicht nur authentisch, die ist live. Da sitzen tatsächlich drei Typen hinten in der Ecke und spielen Querflöte und so’n Zeugs.

Das Essen ist - und das sagt der unauffällige Halbbrasilianer - mehr als halbbrasilianisch. Also ziemlich Den Rest des Eintrags lesen »

Fam. Dang - Vietnamesisch an der Torstraße

Viet Nam Esisch Ekuche

Das ist kein Rätsel. Oder zumindest soll es wohl keins sein. Aber diese vier Wörter tragen die Mitarbeiter von Fam. Dang auf ihren Shirts. Vorn etwas klein. Hinten etwas größer. Und wenn man das phonetisch liest, kommt man ja auch Den Rest des Eintrags lesen »

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