grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

Cochabamba, el convento

Die Rueckfahrt von Villa Tunari nach Cochabamba geht erstaunlich schnell. Wofuer der Bus bei der Hinfahrt fuenf Stunden bergab benoetigte, das schafft das Sammeltaxi bergauf in gut drei Stunden. So bleibt mir tatsaechlich noch ein wenig Zeit, bevor der Nachtbus weiter nach Sucre faehrt. Ich nutze sie, um ddoch noch el convento, das Kloster der Karmeliterinnen hier in Cocha, zu besuchen. Und da ich der letzte und einzige am Samstagnachmittag bin, bekomme ich auch noch eine Privatfuehrung von der jungen und sehr freundlichen Museumsmitarbeiterin.

Das Kloster, nur zwei Bloecke von der Plaza entfernt, wurde 1760 eingweiht und in nur sieben Jahren hingeklotzt. Es hat einen schoenen Innenhof, ein paar verwunsche Gaenge – und eine streng katholische Geschichte. Denn seit Beginn an und bis vor acht Jahren lebten hier stets genau 21 Nonnen, mitten in der Stadt aber abgeschieden von der Welt. Kontakt nach aussen war ihnen Zeit ihres Lebens streng untersagt. Um dennoch Geschaefte mit der Aussenwelt zu taetigen, gab es neben dem Haupteingan einen Drehschrank, in den Produkte oder Geld gestellt werden koennen. Blicke nach aussen sind unmoeglich. Ab und an war den Nonnen Besuch von ihren Familien erlaubt. Aber auch das nur in speziellen Raeumen. Die Besucher sassen im Nachbarraum, getrennt durch doppelte Gitter und einem blickdichten Vorhang dazwischen. Zudem war bei allen Gespraechen immer noch einen Aufpassernonne dabei, damit kontrolliert werden konnte, was geredet wurde.

Der Tagesablauf bestand aus beten, beten und beten. Mal in Gruppen, mal allein in einer speziellen Kapelle. Und zwischendurch stand ein wenig Selbstkasteiung auf dem Programm. Die Peitschen mit den sternfoermigen Widerhaken, mit denen sich die Nonnen den Ruecken zerfleischten, kann man auch begutachten.

Dennoch, erklaert mit meine Fuehrerin, war es eine grosse Ehre, in das Kloastre aufgenommen zu werden. Meist wurden die Zweitgeborenen, egal welchen Geschlechts von Kind an darauf vorbereitet.

Bei aller gelebten Bescheidenheit und Armut gab es aber dennoch Klassenunterschiede. Die schwarze Tracht und die etwas groesseren Zimmer waren den 10 Nonnen aus reichem Hause vorbehalten, die 10 anderen aus den aermeren Familien trugen weiss, hatten kleinere Raueme und konnte selbstverstaendlich nie die 21. Nonne, also die Oberschwester werden.

Und dann gab es noch die Indigenas, die zwar auch hier leben und die ganze Arbeit erledigen durften, aber niemals echte Nonnen werden konnten. Dafuer waren sie dann auch zu dritt in einem Zimmer untergebracht. Auch viele der ihm Kloster zu betrachtenden Kunstwerke stammen von Indigenas – und stehen in den heutitgen Listen daher als „unbekannter Kuenstler“, weil es offenbar nicht wert war, ihre Namen aufzuschreiben.

Das Kloster ist noch immer in Betrieb, mit nicht mehr ganz so strengen Regeln leben heute sieben Frauen in einem etwas komfortaleren Neubau gleich nebenan.

Der alte Teil, der seit 2006 als Museum besuchbar ist, wurde bis etwa 2004 noch genutzt.

Zum Abschluss der Besucherrunde steigt meine Museumsfuehrein mit mir zum Glockenturm auf das Dach der dazugehoerigen Kirche. Unten auf dem Platz davor, schimpft ein Tanzlehrer mit rund 20 Salsa-SchuelerInnen. Denn auch hier gilt es strenge Regeln zu beachten.

2 Responses to “Cochabamba, el convento”

  1. […] Modernität zu verzichten.  Bietet wie fast alle Städte jede Menge besuchenswerte Kirchen, u.a. das alte Kloster der Karemilterinnen. Lädt zu Ausfügen in die nähere und weitere […]

  2. […] Netz gehen will sollte aber besser eines der zahlreiche Internetcafes in der Stadt besuchen. Der Besuch des Karmeliterinnen-Klosters in der Innenstadt ist äußerst lohnesnwert. Es gibt einstündige Führungen am Vor- und am […]

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