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Bolivien: Route und Tipps

Zwölf Orte und jede Menge Landschaft habe ich bei meiner einmonatigen Bolivien-Reise besucht. Wie man hinkommt und wo ich unter gekommen bin, erfährt man nun hier in kompakter Form. Diese google-map gibt leider für die erste Strecke von La Paz nach Cochabamba einen großen Umweg an, der Rest stimmt aber – und für einen groben Überblick sollte es reichen: Berlin – La Paz: Gute und vor allem direkte Flugverbindungen von Deutschland nach Bolivien sind rar. Ich bin schliesslich mal wieder mit KLM geflogen, die von Amsterdam eine akzeptable Anbindung nach Lima bietet. Für den Weiterflug nach La Paz musste ich dann rund drei Stunden warten und kam erst gegen 2 Uhr morgens Ortszeit an. Das ist okay, aber nur wenn man einen Abholservice bestellt hat. Die Fahrt mit dem Taxi zum Hostel kostet 70 Bs., Hin- und Rückflug von Berlin nach La Paz haben mich 932 Euro gekostet.

La Paz, Loki Hostel: Das Loki liegt sehr zentral, nur zwei Blocks von der Plaza Murillo mit dem Präsidentenpalast, in einem sehr schönen, kolonialen Altbau. Es bietet Betten in Dormitorios (ab 50 Bs.) oder auch Doppelzimmer (140 Bs. mit Gemeinschaftsbad), die man auch einzeln belegen kann. Es hat ein junges, sehr partyfreudiges Publikum und wer absolute Ruhe finden will, ist hier falsch, denn eigentlich ist jeden Abend im großen Saal mit dem langen Tresen und dem Billardtisch was los. Aber das Loki ist sehr sauber, was man schon daran erkennt, dass ständig irgendwo geputzt wird. Zudem gibt es WIFI und drei bis vier Computer mit Internetanschluss, die man kostenlos nutzen kann. Ein einfaches Frühstücksbuffet (Brötchen, Marmelade, Kaffee, Tee) ist im Preis inbegriffen, Extras kann man bestellen, kosten aber wie der Name schon sagt extra.

Tiwanaku: Den Tagesausflug zu den Ruinen von Tiwanaku kann man auch ohne Tour machen. Lokale Busse fahren in La Paz am Zentralfriedhof ab. Vorteil: Man kann dann auch die heutige, zwischen den Ausgrabungsstätten liegende kleine Stadt besuchen und die dortige, unglaubliche Ruhe genießen. Nachteil: ohne Führer, der einem die Bedeutung der wenigen originalen und vielen rekonstruierten Anlagen erklärt, versteht man wenig. Ich habe mich für einen geführte Tour entschieden – auch wegen meiner blöden Erfahrungen mit der Polizei am Vortag – und sie in der Agentur im Loki Hostel gebucht. Sie hat 70 Bs. gekostet, das Mittagessen war nicht inklusive.

La Paz – Cochabamba: Die Fahrt muss man nicht vorbuchen. Als ich am Vormittag zum zentralen Busbahnhof in La Paz kam, wurde die Strecke gleich von mehreren Anbietern ausgerufen, die nahezu parrallele Verbindungen anboten. Die achtstündige Fahrt mit El Dorado hat gerade mal 30 Bs. gekostet.

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Cochabamba: Klassische Backpacker-Hostels gibt es in Cochabamba nicht. Ich bin im Hostal Versalles gelandet, das kaum 300 Meter vom Busbahnhof an der Av. Ayacucho entfernt liegt. Die Zimmer liegen alle an einem sehr kleinen Innenhof. Die Nacht im Einzelzimmer mit TV (wer braucht das schon?) und etwas pflegebedürftigem Gemeinschaftsbad kostete 62 Bs., Frühstück kostet extra. Die Matrazen waren unerträglich durchgelegen. Ich habe meinen Rücken gerettet, in dem ich die obere dicke Matraze zur Seite gelegt habe und auf einer dünnen darunter liegenden geschlafen habe. Da hat man zwar den Lattenrost ein wenig gespürt, aber das war vergleichsweise eine Wohltat. Vorteil des Hostals: das unglaublich freundliche und hilfsbereite Personal. (ACHTUNG: mit der in meinem Reiseführer angebenen Internetadresse www.hostalversalles.com landet man bei einem gleichnamigen Hostal in Kuba.) Es gibt bei der Rezeption eine langsame WIFI-Verbindung, wer ins Netz gehen will sollte aber besser eines der zahlreiche Internetcafes in der Stadt besuchen. Der Besuch des Karmeliterinnen-Klosters in der Innenstadt ist äußerst lohnesnwert. Es gibt einstündige Führungen am Vor- und am Nachmittag, die letzte startet um 16.30 Uhr  (wie in Bolivien üblich allerdings gar nicht an Sonn- und Feiertagen).  Der Einritt kostet 15 Bs.

Tarata: Den Ausflug in die schöne Kleinstadt kann man von Cochabamba wirklich gut auf eigenen Faust machen. Ich wollte eigentlich den Schienenbus nehmen, der dreimal pro Woche morgens Richtung Aiquile fährt – aber wegen der Regenzeit auch mal ausfällt. Ersatzweise habe ich einen der Minibusse genommen, die östlich der Bahnahnlagen starten. Der Fahrpreis: 4 Bs. Die Fahrtzeit betrug mehr als eine Stunde, vor allem weil der Bus wegen einer Portestblockade auf der eigentlichen Strecke einen langen Umweg nehmen musste. Der Besuch des etwas ausserhalb liegenden Convents hat 15 Bs. gekostet. Wer dort während der angebebenen Öffnungszeiten vor einer verschlossenen Tür steht, sollte kräftig an dem Seil für die Türglocke ziehen, irgendwann kommt dann jemand und führt freundlich und kompetent durch die Anlage.

Cochabamba – Villa Tunari: Die Fahrt nach Villa Tunari führt erstmal auf einen rund 4.000 Meter hohen Pass bevor es dann in langen Serpentinen runter auf 300 Meter geht. Die Fahrt mit dem Bus, der nicht am Busbahnhof sondern an einer Kreuzung östlich des Marktviertels startet (am besten durchfragen!), dauerte 5 Stunden und kostete 20 Bs., für die Rückfahrt stellt man sich am besten bei der Trufi-Vermittlung an der Hauptstraße an. Dort muss man seinen Namen in eine Liste eintragen und wird dann aufgerufen, wenn man an der Reihe ist, um eins der zahlreichen Sammeltaxis zu besteigen. Falls vorher zufällig ein Bus kommt, kann man auch den nehmen. Das Taxis kostet zwar etwas mehr (35 Bs.), ist mit dreieinhalb Stunden Fahrtzeit aber auch deutlich schneller. Der Fahrer hatte die dick geplusterten Backen die ganze Zeit voll mit Koka-Blättern, das gehört hier im Hauptanbaugebiet wohl dazu.

Villa Tunari: Viele Hostals in diesem Städtchen in Regenwaldnähe liegen direkt an der stark befahrenen Landstraße Richtung Santa Cruz. Der Rest liegt in den wenigen Blocks dahinter, die meisten haben einfache Zimmer, fast alle bieten auch einen kleinen Swimmingpool. Ich habe die erste Nacht im akzeptablen Hostal Casa Grande (50 Bs., privates Zimmer mit zwei Betten, Gemeinschaftsbad) verbracht und bin dann ins Hostal Mirador (150 Bs. für ein Zimmer mit Doppelbett, Bad, TV, Kühlschrank und Ventilator) gezogen. Nicht wegen der Ausstattung des Zimmers, sondern weil das Mirador einzigartig auf der von Cochabamba kommend rechten Seite der Landstraße liegt, am Ende einer kleinen Stichstraße, die fast schon am Ortsausgang von der Carretera abzweigt. Das Mirador hat eine überdachten Terrasse hoch über dem steilen Hang, der zum Tal des Rio San Mateo abfällt. Grandios. Villa Tunari ist die einzige von mir besuchte Stadt, die nur einen einzigen Geldautomaten hatte, der dann auch noch außer Betrieb war. Zum Glück gibt es einige Banken, die zum Beispiel Dollar tauschen. In den Seitenstraßen gibt es ein paar wenige Internetcafes, die eine überraschend schnelle Verbindung ins Netz bieten.

La Hormiga, La Jungla: Den Ausflug zu der Ökostation bzw. dem Schaukelpark unternimmt man von Villa Tunari mit einem Trufi (5 Bs.). Man muss sich an der Hauptstraße durchfragen, wo die Trufis nach Eterazama fragen und sich dann am Abzweig nach La Hormiga raussetzen lassen, von dort sind es nur ein paar hundert Meter Fussweg bis zur Ökostation. Den Weg zurück Richtung La Jungla kann man laufen – oder man hat das Glück von freundlichen Bolivianern im Auto mitgenommen zu werden. Von La Jungla kommt man zurück nach Villa Tunari, in dem man ganz wie die Bolivianer eins der vorbeibrausenden Trufis heranwinkt (3 Bs.). Hilfreiche kostenlose Pläne bekommt man in der Touristeninfo an der zentralen Plaza von Villa Tunari. ACHTUNG: die Trufis fahren los, wenn sie voll sind. Voll heißt: auch auf dem Beifahrersitz vorne sitzen zwei (!) Fahrgäste, auch im Kofferraum der Kombis werden gern Passagiere verstaut. Wer sich also in einem weitgehend leeren Trufi einen angenehmen Platz sicher will, wählt die Rückbank, dort sitzen in der Regel nur die vorgesehen drei Menschen.

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Puerto San Franzisco: Um in das abgelegene Nest mit Regenwaldzugang zu kommen, muss man von Villa Tunari zunächst ein Trufi nach Villa 14. Septiembre nehmen (6 Bs.) und von dort ein weiteres nach Puerto San Franzisco (5 Bs.). Die Fahrt dauert insgesamt über 1,5 Stunden. Wer wie ich nicht erstmal im nichts landen und sicher gehen will, dass er einen kompeteten Mann wie den 70-jährigen Delfin Dorado trifft, der Touren in den Regenwald anbietet, kann ihn anrufen. Seine Telefonnummer lautet: 71470467.

Cochabamba – Sucre: Für die Strecke über die rumpelige Landstrasse werden nur wenig komfortable Nachtbusse angeboten. Sie starten abends zwischn 19 und 20.30 Uhr und kommen sehr früh  – bei mir war es gegen 4.30 Uhr am etwas außerhalb von Sucre gelegenen Busbahnhof an. Die neunstündige Fahrt mit Bolivar, der laut Info am Busbahnhof in Cochabamba besten Busgesellschaft für diese Strecke (für alle, die mit einer anderen fahren, kann ich nur hoffen, dass das nicht stimmt), hat 60 Bs. gekostet.

Sucre: In der angenehmen Stadt mit der eindrucksvollen kolonialen Architektur, dem sehr schönen Friedhof und der mir ans Herz gewachsenen Markthalle habe ich in dem wirklich ausgezeichneten Hostel Kultur Cafe Berlin geschlafen, dass der Karlsruher Klaus vor gut einem Jahr übernommen hat. Es hat zum Teil  wunderschöne, sich über zwei Etagen erstreckende Dormitorios, drei Höfe, von denen der letzte ein Garten ist, an dessen Rand sich ebenfalls Zimmer befinden. Das Bett im Schlafsaal kostet 50 Bs. pro Nacht, das ünberaus reichhaltige Fürhstückbuffet mit mehreren Obstsorten, Milch, Müsli und Saft, die zusätzlich zu den anderorts üblichem Brötchen, Butter, Marmelade, Kaffee und Tee geboten werden, sind inklusive. Sehr empfehlenswert für Rucksackreisende. Es gibt nur einen öffentlich zugänglichen Internetcomputer in der Rezeption, aber eine – meist funktionierend – WIFI-Verbindung im zum Hostel  gehörenden Cafe.

Maragua: Den Ausflug in die Umgebung von Sucre könnte man mit etwas Mut auch gut allein unternehmen. Es gibt Busse, die von Sucre Richtung Potolo fahren, die einen dann oben in den Bergen bei der Kapelle von Chataquila rauslassen können. Wenige Meter oeberhalb der Kapelle beginnt am linken Straßenrand der mit einem Hinweisstein gekennzeichnete Inkapfad, auf dem man 2 bis 3 Stunden runter ins Tal wandert. Unten sieht man die ganze Zeit von weitem eine kleine Brücke über den Fluss, die muss man überqueren und dann einfach der Straße folgen, die einen nach weiteren 3 bis 4 Stunden Wanderung automatisch nach Maragua führt. Dort gibt es einfache Unterkünfte. Man kann am nächsten Tag weiter nach Quila-Quila wandern und von dort mit öffentlichen Bussen zurück nach Surce fahren. Da ich erstens nicht mutig und zweitens allein war, habe ich dann doch im Hostel eine Ein-Tages-Tour für 260 Bs. gebucht. Es wird zwar theoretisch auch eine sicherlich lohnendere Zwei-Tages-Tour angeboten, aber die fiel mangels Nachfrage aus. Die Preise in der Toruvermittlung im Hostel waren überraschenderweise günstiger als etwa bei der sehr freundlichen und kompetenten studentischen Infobüro, das an der Av. Ayacucho nur einen halben Block von der Plaza entfernt liegt.

Sucre – Yolata: Die knapp einstündige Fahrt in das nahe gelegene Kaff Yolata kann man mit Minibussen machen, die zum Beispiel vor dem Haupteingang des Zentralfriedhofs in Sucre vorbeifahren. Wo man die am besten heranwinken kann, sollte man einen der Straßenhändler vor Ort fragen, die wissen Bescheid. Die Fahrt kostet 3,50 Bs.

Yolata: Direkt an der Plaza liegt das Alojamiento Gutierrez, das einfache Zimmer mit – freundlich gesagt – sehr einfachen Sanitäranlagen bietet. Duschen möchte man dort nicht. Die Klospülung funktioniert, wenn überhaupt mit Wassereimern. Wer dort nächtigen will, muss in dem Laden an der Ecke fragen, an der auch die Minibusse aus Surce halten. Ich habe 30 Bs. für die Nacht bezahlt.

Yolata – Potosi: Von Yolata fahren die Minibusse ausschliesslich zurück nach Surce. Sie nehmen einen für 1 oder 2 Bs. aber auch gern mit zur weit vom Dorfzentrum entfernt liegenden Landstraße. Dort kann man dann versuchen, einen der Busse nach Potosi anzuhalten. Oder ein Trufi. Oder wie bei mir, irgendeinen Fahrer, der andere Passagiere mitnimmt, um das Benzin bzw. Gas zu finanzieren. Er wollte von mir 30 Bs.. Die teils sehr schnelle, um nicht zu sagen für den Geschmack des Europäers zu schnelle Fahrt durch die kurvenreiche Serpentinenstrecke hat nicht mal drei Stunden gedauert.

Potosi: Die alte Minenstadt liegt auf etwas über 4.000 Metern Höhe, entsprechend ist das Wetter kühl und nass und man freut sich, wenn die Zimmer im witterungsbedingt eher klammen Hostal eine Heizung haben. Das bietet das freundliche Hostal La Casona, das nur einen Block von der zentralen Plaza in einem schönen alten Kolonialgebäude liegt. Es hat heiße Duschen, einen mit Glas überdachten Innenhof, in dem ein einfaches, im Preis ingebriffenes Frühstücksbuffet geboten wird. Für das Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad habe ich 80 Bs. gezahlt.

Die Minen von Potosi: Es gibt unzählige Anbieter von Touren in die alten Silberminen des Cerro Rico. Ich habe gleich die vom Hostal angeboteten Tour genommen und hatten den Eindruck, alles richtig gemacht zu haben. Man bekommt Gummistiefel, Gummihosen, Gummijacken, einen Helm mit Elektrolampe und einen eigenen Rucksack für Wasser und Kamera – und dazu zwei offensichtlich verantwortlungsvolle Führer. Das ganze für 70 Bs. (bzw. für 80 BS. wenn man auf englischsprachige Guides angewiesen ist.) Meine Tour begann um 14 Uhr und dauerte alles in allem knappe mit Hin- und Rückfahrt fünf Stunden.

Potosi – Uyuni: Man kann die Strecke auch nachts fahren. Dann verpasst man aber ganz eindeutig was. Die rund vierstündige Fahrt durch das faszinierende Hochland vorbei an Gewitterwolken, Lama-Herden, kleinen Dörfern und hohen, teils beeindruckend zerklüfteten Bergen sollte man daher unbedingt tagsüber machen. Zum für einen Fußmarsch mit Rucksack recht weit außerhalb von Potosi liegenden Busbahnhof sollte man sich ein Taxi (5 Bs.) gönnen, zumal es auch noch den heutigen Busbahnhof (Terminal) und den nahe gelegenen ehemaligen Busbahnhof (Exterminal – von hier fahren die Busse nach Uyuni) auseinander zu halten gilt. Fahrpreis – hier bei Diana Tours, einem von mehreren Anbietern: 30 Bs., bzw. 39 Bs. wenn man das wie schon im Hostal bucht. Das ist aber eher unnötig, es fahren genügend Busse. Sie sind eher alt und klapprig, bei mir hat es von der Decke getropft.

Uyuni: Die üblichen Hostals von der Stadt am Salzsee befinden sich alle rund um die Plaza Arce und die Av. Ferroviaria. Die Nacht vor der Salar-Tour habe ich im Hotel Avenida verbracht, in einem annehmbaren Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad für 40 Bs. Die drei Nächte zur Erholung nach der Magenverstimmung bei der Salar-Tour habe ich gegenüber im Hostal Oro Blanco geschlafen in einem Zimmer mit zwei Betten, Bad und TV für 80 Bs. Frühstück hatten beide nicht im Angebot.

Die Tour zum Salar de Uyuni: Unter diesem Label werden alle Touren angeboten, die man von Uyuni aus machen kann, weil alle auf den Salzsee rausfahren. Aber eben nur am ersten Tag. Wer eine 2- bis 4-Tagestour machen will, bekommt noch deutlich mehr zu sehen. Vor allem jetzt während der Regenzeit zwischen Dezember und März. Dann ist der Salzsee wegen der flachen Wasserschicht oben drauf nur in kleinen Teilen befahrbar, dafür bekommt man diese unglaublichen Spiegelungen zu sehen. Ich habe die Drei-Tages-Tour für 750 Bs. gebucht. Sie führt am zweiten Tag zu mehreren wunderbar gelegenen Bergseen mit Flamingos, am dritten Tag geht es früh um 5 Uhr los, um Geysire hoch oben in den Bergen, ein natürliches Themalbad und einen weiteren Bergsee zu bewundern. Der liegt fast an der Grenze zu Chile, man kann – und sollte (wenn einen nicht gerade eine Magenverstimmung abhält) – das nutzen, um auszusteigen und in das nur eine Fahrtstunde entfernt liegende San Pedro de Atacama zu fahren, um dort die gleichnamige Wüste zu besuchen. Eine späterer Rückkehr nach Bolivien ist dann am einfachsten mit öffentlichen Bussen über das auch sehr besuchenswerte Nordargentinen (Jujuy oder Salta)  möglich. Direkte Verbindungen durch das nahezu menschenleere Südwest-Bolivien gibt es nicht. Man kann die Tour auch von Tupiza aus buchen, von dort dauert sie aber vier Tage, man zahlt deutlich mehr als in Uyuni (über 1.200 Bs.), bekommt allerdings auch noch mehr geboten und das Highlight, den Salar erst als kröneneden Abschluss serviert. Die Touragenturen in Uyuni unterscheiden sich offenbar kaum. Wie gut bzw. redseelig der fahrende Guia ist, erfährt man ja eh erst unterwegs. Ansonsten nehmen alle Vierradantriebjeeps mit je sechs Mitreisenden mehr oderweniger den selben Weg, man trifft sich unterwegs bzw. bei den Übernachtungen in den sehr einfachen Herbergen mit Mehrbettzimmern immer wieder. Einen Schlafsack sollte man schon wegen der drohenden Kälte nachts unbedingt dabeihaben. Essen und Übernachtungen sind inklusive, der Eintritt für den Nationalpark (150 Bs.) muss extra bezahlt werden.

Uyuni – Tupiza: Tolle, sehr eindrucksvolle Fahrt, die allerdings regenzeitanfällig ist, weil drei Flüsse ohne Brücke durchquert werden müssen. Bei mir dauerte die Reise statt der angebenen 6 Stunden insgesamt 9. Andere Reisende erzählten, dass sie sogar den Bus verlassen und durchs Wasser waten mussten. Auf halber Strecke muss man in Atocha den Bus wechseln. Die Busse von Uyuni fahren morgens um 6 Uhr los. Man kann die Strecke auch dreimal pro Woche mit dem Zug fahren, dann sieht man aber nichts von der tollen Landschaft.

Tupiza: Meine Lieblingsüberraschung am Ende einer langen Reise. Die angenehme Kleinstadt Tupiza liegt in einer Talsohle auf 2.900 Metern zwischen fast senkrecht aufragenden roten Bergen, in die man wunderbare Ausflüge per Pferd oder auf zu fuß machen kann. Wenn nur die Polizei nicht so überaufmerksam wäre, wäre das hier meine Lieblingsstadt geblieben.

Tupiza – La Paz: Die Rückreise zum Ausgangspunkt war zugleich meine längste Busfahrt: 15 Stunden brauchte der abends um 21 Uhr gestartete Bus bis er wieder in der Hauptstadt war, dafür waren dann ausnahmsweise auch mal gleich 80 Bolivianos fällig. Gern hätte ich mehr bezahlt für einen komfortablen Bus Cama, wie man ihn aus Argentinien kennt, aber sowas gibt es in Bolivien so gut wie gar nicht.

Rückflug über Lima und Amsterdam: Der Rückflug wiederum mit KLM war noch etwas komplizierter als der Hinweg. Denn diesmal bot mir KLM als einzige Möglichkeit einen 12-stündigen Aufenhalt in der peruanischen Hauptstadt an. Morgens um 8 Uhr ging es in La Paz los, um 9 Uhr Ortszeit war ich dann in Lima, erst um 21 Uhr ging es weiter. Wie gut, wenn man seit anderen Reisen noch gute Freunde in Lima hat, die einen abholen, um einen wunderschönen gemeinsamen Tag zu verbringen. In La Paz soll man übrigens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein – ich also früh um 6 Uhr. Um die Zeit kann man dafür etwas weniger als die sonst üblichen 45 bis 50 Minuten für die Fahrt mit dem Taxi einkalkulieren, meins jedenfalls war Dank menschenleerer Straßen nach nicht einaml 30 Minuten am Flughafen oben in El Alto.

5 Responses to “Bolivien: Route und Tipps”

  1. Willkommen zurück! 🙂

  2. Die Art der Karte ist ja super.
    Wie kann man denn mit Google Maps solche Karten erstellen?
    Vor allem, wenn man sich die Großansicht ansieht, dass man sich nicht nur die Karte oder das Satelitenbild ansehen kann, sondern die Karten auch als politische, Gelände- u.a. Karten ansehen kann. Super!

  3. herr grimo sagt:

    Dufür benötigst du erstmal einen Google-Account, den du zB. schon hast, falls du eine Mailadresse bei gmail hast. Einmal angemeldet gehst du auf googlemaps und der Rets ist dort dann einigermaßen anschaulich erklärt. Ich habe es jedenfalls hinbekommen 🙂

  4. Ah!!!
    Zu „meiner Zeit“, halt als ich das letzte Mal eine Karte mit Tour erstellt habe, gab’s das noch nicht, diese „Google Maps Engine“.
    Wirklich eine coole Sache!
    Und da die NSA und Co. eh‘ wissen wo ich mich aufhalte … 😉

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