grimo auf reisen

die welt liegt uns zu füßen

La Señora de Arico Nuevo

Wenn man nicht aufpasst, fährt man daran vorbei. Kurz vor der 180-Grad-Kurve steht das Ortseingangschild, in der Kurve stehen zwei, drei Häuser, hinter der Kurve steht das Ortsausgangschild. Dann kommt der nächste Barranco und auf der anderen Seite der Schlucht ist schon Arico Viejo. Wir aber wollen nach Arico Nuevo, weil es anders als der […]

Der Cowboy von Teneriffa 

Die Fahrt hier rauf ist die Hölle. Erst die Autopista mit den superkurzen Auffahrten unten an der Küste. Dann die kurvige Strasse hoch nach Arico. Von dort die Landstraße immer am Berghang entlang in engen Serpentinen parrallel zur unten liegenden Küste, rein in die Schlucht, über die schmale Brücke raus aus der Schlucht, um den […]

10.315 Tage – Die Berliner Mauer und warum uns die real existierende Gegenwart blind macht für bevorstehende Umbrüche

Weg. Sie ist weg. Einfach so. Es ist ein Donnerstag, spät abends. Ich bin gerade quer durch Deutschland getrampt zu meinen Eltern – vom Grenzübergang Dreilinden in Berlin (West) über die Transitstrecke durch die DDR bis ins Ruhrgebiet. Ein Überraschungsbesuch. Die eigentliche Überraschung aber haben die, die da zuhause auf dem Sofa vor dem Fernseher […]

Israel: 22 Salate, ein Bier und der Versuch eines Rückblicks

Wanderer kommst du nach Jaffa, dann vergiss nicht, dort im „The Old Man and the Sea“ einzukehren. Das ist ein arabisches Restaurant am Hafen. Von der Einrichtung nicht spektakulär, drinnen herscht sogar fast ungemütliche Geschäftigkeit. Aber … … die Salate! Die gehören zur Grundausstattung. Kaum sitzt man am Tisch, ist der auch schon voll. Mit […]

Neve Zohar: Abhängen im Toten Meer

Nebenan zupft irgendwo irgendwer an der Gitarre. Einmal erhöht er das Tempo des Anschlags, so dass es russisch klingt. Die Vermieterin unseres Zimmers spricht Hebräisch – und Russisch. Wir verständigen uns problemlos per Google-Translater. Ihr Smartphone verrät uns, wir könnten erstmal Ferien machen, bis das Zimmer fertig ist. Na dann. Erstmal zum Strand. Dawei, dawei.  […]

Jerusalem: die Kriegsdienstverweigerer

Die Menge auf dem kleinen Platz am Rande der Yafo Street ist nicht groß, aber laut. Eine Trommel gibt den Rhythmus vor, ein Mann ruft etwas durch ein Megaphon, andere klatschen und rufen Slogans im Takt, an die zehn Plakate werden hoch gehalten. Ab und an müssen die drei Polizisten vor Ort die Menschen wieder […]

Yad Vashem: der Holocaust und die Suche nach Worten

Es fehlen die Worte. Mir fehlen die Worte. Mir geht die Sprache aus. Erst merke ich das in den Beinen, tatsächlich, die wollen nicht mehr voran. Nicht weiter. Die Augen schützen vor noch mehr von diesen Geschichten. Es ist unerträglich. Es ist einfach viel zu viel zu viel. So wie in Wirklichkeit. Wir sind in […]

Jerusalem: alles in einem, in stetem Kommen und Gehen

Dann kommt alles zusammen. Die Gruppe der Pilgerinnen mit Stab in der Hand und weißen Tüchern um den Kopf. Die inbrünstig Betenden, die Kerzen, Hände, Köpfe auf diesen mannsgrossen Stein am Boden legen. Die Priester, die wild wütend mal den einen, mal den anderen Gang sperren. Mal mit Polizeigittern, mal mit Leitern. Und die Schaulustigen. […]